Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Aufgepasst, jetzt reden die Frauen“: Aus der Perspektive der indigenen Bevölkerung, nicht der Eroberer: Camilla Townsend erzählt die Geschichte der Azteken. „Insbesondere hebt Camilla Townsend die Rolle der Frauen hervor – Ehefrauen, Mütter, Konkubinen als Angehörige der Elite oder der einfachen Bevölkerung. Die romanhaften Einschübe sind oftmals aus der Perspektive von Frauen geschrieben und stellen, so sie mit der Schilderung historischer Akteure und Kontexte verwoben werden, in Bezug auf die präkolumbische Geschichte eine Neuerung dar.“
- Camilla Townsend, Fünfte Sonne. Eine neue Geschichte der Azteken. (aus dem Englischen von Anna Leube und Wolf Heinrich; C. H. Beck Verlag)
„Willkommen in der Blackbox“: Andra Schwarz schreibt mit Tulpa einen Gedichtband aus dem Geist der Finsternis. „Diese Gedichte von Andra Schwarz führen in dunkle Gefilde, in Phasen und Räume der Depression und Angst.“
- Andra Schwarz, Tulpa. Gedichte. (Poetenladen Verlag)
„Keine Dreyfus-Affäre bot sich Deutschland zur Läuterung“: Rückblick in zwei Etappen: Eine vor fast sechzig Jahren erschienene Quellensammlung zum Antisemitismusstreit im Kaiserreich in einer gelungenen neuen Edition. „Nicht die Aufnahme dreier zusätzlicher Quellentexte (von Moritz Lazarus, Berthold Auerbach und Levin Goldschmidt) sorgt für den zentralen Mehrwert der neuen Anthologie. Vielmehr liegt er im produktiv gesteigerten Niveau der Historisierung und Kontextualisierung (…)“
- Nicolas Berg (Hrsg.), Der Berliner Antisemitismusstreit. Eine Textsammlung von Walter Boehlich. (Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag)
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„Hätte nur jemand auf ihn gehört“: Hellsichtiger Theoretiker und Politikberater zwischen Kaiserreich und Nazi-Diktatur: Zum 150. Geburtstag von Moritz Julius Bonn. „Das Buch ist voller (solcher) Glanzstücke von Beobachtung, Witz und Schaudern. Viele der Kommentare zu den damaligen Zeitfragen und politischen Problemen bedürften einer genaueren Kommentierung als ein reiner Reprint sie leisten kann. Wer liest, wird Lust aufs Weiterfragen bekommen. Auf jeden Fall entdeckt er einen politischen Schriftsteller, wie Deutschland nur wenige hatte.“
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Moritz Julius Bonn, So macht man Geschichte. Bilanz eines Lebens. (mit einem Nachwort von Jens Hacke; Europäische Verlagsanstalt)
„Gar nicht alternativlos“: Angela Saini hat den Ursprung des Patriarchats gesucht – und eine frohe Botschaft gefunden. „Um die weitverbreitete Ansicht zu widerlegen, die gesellschaftliche Vormachtstellung des Mannes wurzele in seiner körperlichen Überlegenheit, hat sich die britische Wissenschaftsjournalistin Angela Saini auf den Weg gemacht, um zu zeigen: Weder ist die patriarchale Ordnung etwas, das schon immer existierte, noch gab es den einen historischen Bruch, mit dem sie sich über die Welt legte.“
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Angela Saini, Die Patriarchen – Auf der Suche nach dem Ursprung männlicher Herrschaft. (aus dem Englischen von Simoné Goldschmidt-Lechner; Hanser)
„Hat er etwas damit zu tun?“: Erin Flanagans Gesellschafts- und Kriminalroman Dunkelzeit. „Erin Flanagan (…) nimmt sich nicht nur Zeit, sondern unterläuft alle Erwartungen, was diesen Roman besonders macht. Großartig lebensnah sind die Dialoge, fehlbar, aber nur in seltenen Fällen bösartig, sind die Menschen.“
- Erin Flanagan, Dunkelzeit. Kriminalroman. (a. d. Engl. v. C. Hartz, S. Kremer; Atrium)
„Der Schlüssel, der immer zur Hand ist“: Ali Smith’ Roman Gefährten ist eine lässige, bezaubernde Aufforderung, der Literatur und gelegentlich auch den anderen Leuten zu vertrauen. „Smith hat schon im Roman Beides sein die Jahrhunderte verschränkt (einen Freskenmaler der Renaissance mit einer jungen Trauernden), damals viel dichter. Tatsächlich aber ist es das Lose, das Gefährten zu einem so entspannten und zauberhaften Buch macht. Auch für finstere Sommertage, an denen die Sonne scheint, ist es denkbar geeignet.“
- Ali Smith, Gefährten. Roman. (a. d. Engl. v. Silvia Morawetz; Luchterhand)