Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
„Überleben in Versailles“: Nüchterne Bilanzen: Johannes Willms geht in seiner postum erschienenen Biographie mit Ludwig XIV. recht hart ins Gericht. „Mit eindrucksvoller Unbestechlichkeit im Urteil und nüchterner Distanz zu seinem Protagonisten, um den herum es an Lobhudelei nie mangelte, kehrt Willms gerade die Schwächen, Fehler und Unvollkommenheiten des Regierungssystems heraus. Selbst zu Ludwigs besten Zeiten war die Stärke Frankreichs und seines Monarchen nie etwas anderes denn Illusion. Das berühmte Bild vom König als Sonne wirft schon auf den jugendlichen Herrscher ein falsches Licht, während die Spätphase aus Willms’ Sicht sowieso nur noch düster im Schatten von Machtambitionen und Überlebenskampf liegt.“
- Johannes Willms, „Louis XIV“. Der Sonnenkönig und seine Zeit. (C.H. Beck Verlag)
„Und wo stehen Sie auf der U-Kurve des Glücks?“: In ihrem Roman Auf Wiedersehen porträtiert Jasmin Ramadan sechs Mittvierziger, die vor der Frage stehen, wie sie leben und lieben möchten. „Ob sich der Leser in einem der Klischee-Protagonisten wiederfindet, wird davon abhängen, auf welcher Höhe des Glücks-U er sich befindet. Für alle, die nicht in ihren Vierzigern in einer deutschen Großstadt leben, erscheinen sie dann doch recht platt und stereotyp: die Spießer, der Fremdgeher, der Psycho oder der mit der zu jungen Freundin. Der Spannungsverlauf ist in sich rund, womöglich zu rund.“
- Jasmin Ramadan, Auf Wiedersehen. Roman (Weissbooks)
„Der viele Wege wies“: Ein Band versammelt die Beiträge zur akademischen Gedenkfeier für Michael Stolleis. „Kein Buch über Michael Stolleis also, vielmehr ein kluges Manifest des rechten Erinnerns, das über ihn hinausweist. Kein Buch von und für Epigonen und Rebellen, denn sie sind niemals gute Schüler.“
- „Michael Stolleis zum Gedenken“ (hrsg. von Marietta Auer, Thomas Duve, Stefan Vogenauer; Vittorio Klostermann Verlag)
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folgt
„Ihre Mutter, deren Liebhaber und die Armut“: Hilary Mantels Band Sprechen lernen erscheint postum erstmals auf Deutsch und führt zurück in eine schwierige Kindheit. „In diesem Herbst jährt sich der Tod der britischen Autorin Hilary Mantel zum ersten Mal. Für den Kölner DuMont-Buchverlag ein Anlass für die Herausgabe eines 20 Jahre alten Erzählbandes, den es bis dato allein in der englischen Originalfassung gab. Sprechen lernen (Originaltitel Learning to talk) enthält sechs Geschichten, in denen Hilary Mantel von ihrer Kindheit und Jugend im Norden Englands erzählt: von dem Mief der Armut und dem Gewisper böswilliger Nachbarinnen.“
- Hilary Mantel, Sprechen lernen. (a. d. Engl. v. Werner Löcher-Lawrence; DuMont)