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Umgeblättert heute: „Ein Debütroman mit dem richtigen Ton und den richtigen Fragen“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

„Auf der Bühne mit Joey Ramone und Elvis Prestley“: Wer probt, verliert: Jörg Steinmetz hat Die Ärzte bei ihrer Tour durch Berlin begleitet und legt einige der schönsten Fotografien der Bandgeschichte vor. „Zuletzt wurden Die Ärzte so intim und ungezwungen in Szene gesetzt, als sie mit dem Fotografen Olaf Heine Ende der Neunzigerjahre unter anderem die Vereinigten Staaten und Japan bereisten, um Bilder für das Album ’13‘ aufzunehmen. Steinmetz konzentriert sich nun allerdings nicht nur auf die Band, sondern auch aufs Drumherum.“

  • Die Ärzte, Nackt im Wind. Berlin Tour MMXXII (mit Fotos von Jörg Steinmetz; Prestel Verlag)

„Immer schön an Picasso, Albert Einstein und Mutter Teresa denken“: Vor haltlosem Konsum und Sex nur zum Vergnügen sei gewarnt: Markus Rüther macht sich Gedanken darüber, wie ein sinnvolles Leben aussehen könnte. „Wer glaubt, in einem Sachbuch eine alltagstaugliche Antwort auf die Frage nach gelungener Lebensführung finden zu können, dem sei in aller Regel keine Neuerscheinung aus der akademischen Philosophie, sondern der Griff zur stetig zunehmenden Ratgeber-, Coaching- und Selbsthilfeliteratur empfohlen. Markus Rüther hat ein Buch vorgelegt, das eine Verbindung beider Genres vollzieht.“

  • Markus Rüther, Sinn im Leben. Eine ethische Theorie. (Suhrkamp)

„War so etwas in Ordnung in der DDR?“: Ein Debütroman mit dem richtigen Ton und den richtigen Fragen: Gittersee von Charlotte Gneuß. Er steht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. „Bis zum Schluss ist dieser Roman spannend, seine Figuren sind einprägsam, und sein Ende kommt völlig überraschend. Charlotte Gneuß hat mit ihrer Heldin Karin eine im entscheidenden Moment mutig entschlossene Figur geschaffen, der man noch einmal ins Leben der Anderen folgt, vor allem aber durch ihr eigenes sechzehnjähriges.“

  • Charlotte Gneuß, Gittersee (S. Fischer)

„Kindsein ist mies, Kindsein ist süß“: Otfried Preußler, dessen Geburtstag sich im Oktober zum hundertsten Mal jährt, schrieb mit Der Räuber Hotzenplotz oder Krabat Klassiker der deutschen Kinderliteratur. Gegen den Vorwurf, die Welt schönzufärben, verwahrte er sich mit einem bis heute unveröffentlichten Kasperltheaterstück.

„Was Nazis sind, wissen ‚Die Ärzte’“: Um ihre Lieder zu verstehen, sollte man auch sonst Ahnung von deutscher Kultur haben. Eine Würdigung der „besten Band der Welt“. „Ulrich Wickert hat von von 1991 bis 2006 die ‚Tagesthemen‘ moderiert. Der vorliegende Text ist ein exklusiver Abdruck des Vorworts, das er für den Bildband die ärzte: Nackt im Wind: Berlin Tour MMXXII von Jörg Steinmetz geschrieben hat.“

„Mit den Schwalben tanzen“: Nicht fliehen müssen, an einem Ort bleiben können, das ist Freiheit, schreibt die Philosophin Eva von Redecker. Wie scharf die Ablehnung ihrer Gedanken ausfällt, ist bezeichnend für die politische Kultur unserer Tage. „Klar, Bleibefreiheit ist ein unbequemes, linkes Buch, und man muss gar nicht mal libertär oder konservativ sein, um sich von bestimmten utopistisch-fürsorglichen Passagen herausgefordert zu fühlen. Die Tatsache etwa, dass bei Eva von Redecker letztlich Einschränkung als Freiheit empfunden werden soll, bleibt ein Problem. Es steht jedoch in der Tradition eines politischen Denkens, zu der aus guten Gründen auch erzliberale Denker wie Isaiah Berlin gehören. (…) Sie argumentiert und begründet. Und das macht möglich, klarer zu sehen, was auf der Strecke bleibt, wenn in der liberalen Demokratie Freiheit zum politischen Kampfbegriff wird: ein umfassender Blick darauf, der in polarisierten Zeiten nötiger ist denn je.“

  • Eva von Redecker, Bleibefreiheit (S. Fischer)

„Willkommen in Österreich“: Der Dramatiker Amir Gudarzi erzählt in seinem Romandebüt Das Ende ist nah vom schwierigen Ankommen nach der Flucht. „Zu den großen Stärken von Das Ende ist nah zählt der Blick des Erzählers auf die Einheimischen und deren mal eher subtil, mal ganz offen geäußerte Fremdenfeindlichkeit.“

  • Amir Gudarzi, Das Ende ist nah (dtv)

„Noch hier, schon fort“: Helgard Haugs intimer Roman über Verluste, die man nicht betrauern kann. „Haug schreibt größtenteils in von unnötigen Adjektiven befreiten Hauptsätzen. Der protokollarische Stil ist nicht nur geeignet, die Wucht ihrer eigenen Erfahrungen mit der Krankheit ihres Vaters mit dezenter Distanz abzufedern. Die Nüchternheit, mit der sie die Erlebnisse der Hinterbliebenen des Flugs MH370 in knappen Absätzen beschreibt, ist auch Ausweis höchsten Respekts.“

  • Helgard Hau, All right. Good night. (Rowohlt)

„Gesinnungsprosa für diejenigen, die nicht sehen wollen“: Wenn die Letzte Generation ihre Stimme erhebt: Raphael Thelens Romandebüt Wut. „Dass Thelen nun freier an den dramaturgischen Knöpfen drehen kann, als er dies für eine Reportage dürfte – Parallelmontage mit Cliffhangern, schnelle Plotpoints, kurze Kapitel und Soap-Elemente – ändert nichts daran, dass eine gut recherchierte Reportage über die Klimakatastrophe mehr bewirken kann als jede noch so straff konstruierte Gesinnungsprosa.“

  • Raphael Thelen, Wut (Arche)

„Die Getarnten“: Sid Sharps hinreißendes Comicbilderbuch erzählt vom Einfach-man-selbst-Sein. „Sid Sharp hat in Toronto Kunst und Design studiert und ist versiert im Comiczeichnen. Entsprechend ist dieses Bilderbuchdebüt auch angelegt. Auf opulenten, ranken- und ideenreichen Doppelseitenbildern und dann wieder Bildchen für Bildchen geht es Schlag auf Schlag. Natürlich ist das ein Kinderbuch mit Botschaft: Es bringt auf Dauer nichts, sich zu verstecken (…).“

  • Sid Sharp, Der Wolfspelz. (a. d. Engl. v. Alexandra Rak; Nordsüd Verlag)
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