Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
„Ein Vater, kein Sohn“: Er fürchtete, Nobody zu sein, er ist längst Somebody: Meinem Freund, dem Verleger Joachim Unseld, zum siebzigsten Geburtstag. Von Bodo Kirchhoff.
„Aufholjagd gegen die Bienen“: Durchaus nützlich und faszinierend ohnehin: Seirian Sumner schreibt eine mitreißende und überaus lehrreiche Verteidigung der Wespen.
- Seirian Sumner, Wespen. Eine Versöhnung. (aus dem Englischen von Andrea Schmittmann; Harper Collins Verlag)
„Unter Wasser gesprochen“: Deniz Utlu erzählt in seinem Roman Vaters Meer auf dem Grat zischen Imagination und Erinnerung. „Ein vielschichtiges ‚Buch der Erinnerung‘, verschoben in Zeit und Sprachebenen, mit raffinierten Blickwechseln, ein Nachdenken über Fiktion und Wirklichkeit, oszillierend zwischen poetischen Bildern und feinsinnigen Reflexionen über Sprache und Erzählen.“
- Deniz Utlu, Vaters Meer. Roman. (Suhrkamp Verlag)
„Kakanien war halt ein Ort für Narren“: Jacob Mikanowski führt vor, wie man sich einem historisch-geographischen Raum besser nicht nähert. „Eine solche Anhäufung nichtssagender Klischees mag vielleicht auf dem amerikanischen Buchmarkt einen Platz finden. Die deutsche Fassung ist aber ebenso unnötig wie verlegerisch missglückt.“
- Jacob Mikanowski, Adieu, Osteuropa. Kulturgeschichte einer verschwundenen Welt. (aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn; Rowohlt Berlin Verlag)
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„Im Keller“: Stephen Kings neuer Roman Holly ist ein fieser Kannibalenkrimi und eine Abrechnung mit den Pandemiejahren unter Donald Trump. „Der Ekelfaktor in diesem Roman wirkt fast schon ein bisschen überroutiniert, als wäre es Stephen King peinlich, ein Buch ohne eine gewisse Mindestliterzahl an Blut abzugeben. Aber von der Leber und auch dem älteren Kannibalenpärchen, das sich im Keller seines Vorstadthäuschens einen Käfig für das menschliche Zuchtvieh gebaut hat, darf man sich nicht täuschen lassen. Der Horrorautor King hat mit Holly vor allem einen astreinen Krimi geschrieben.“
Stephen King, Holly. Roman. (aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt; Heyne)
„‚Im Grunde lese ich eher über die Welt, als dass ich in ihr lebe'“: Der Autor Roberto Saviano im Interview über einen Alltag in Angst, die Macht der Mafia im heutigen Italien und in Deutschland – und die Frage, warum er dennoch lieber die Aufmerksamkeit auf sich lenkt, als im Dunkeln abzuwarten. Jetzt ist er der Held einer Graphic Novel.
- Roberto Saviano / Asaf Hanuka, I’m Still Alive. Im Fadenkreuz der Mafia (Cross Cult)
„Der Junge, der las und träumte“: Vom Kürschnergesellen zum Schriftsteller: Der 83-jährige Uwe Timm legt einen klugen, unangestrengten Bildungsroman in eigener Sache vor. „Sicher lässt sich das Buch auch als Blick in die Formationsphase des künftigen Autors lesen. Aber die Zeit, die es vergegenwärtigt, steht hier ebenso für sich, es wird ein Stück weit historische Archäologie betrieben. Das geschieht, ohne dass in der Darstellung ein Kunstanspruch angestrengt forciert worden wäre, auf höchst eindringliche Weise – wir blicken in die Vorgeschichte un-serer Gegenwart wie in einen fernen Spiegel.“
- Uwe Timm, Alle meine Geister. (Kiepenheuer & Witsch)







