Home > Bücher in den Medien > Umgeblättert heute: „Es sind die Memoiren eines klugen, welterfahrenen Zeitgenossen“

Umgeblättert heute: „Es sind die Memoiren eines klugen, welterfahrenen Zeitgenossen“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

„Meine Erfahrung ist die Realität eines ganzen Volkes“: Wenn der Betroffenheitskult die letzte Ausstiegsoption darstellt: Linda Martín Alcoff machte sich schon vor dreißig Jahren kluge und bedrückende Gedanken darüber, wer für andere sprechen darf. „Wer in aktuellen Debatten ein Votum sucht, das so souverän ausfällt wie das­jenige Alcoffs, wird selbst mit der Lupe nicht fündig werden. In die Bewun­derung für ihren Beitrag mischt sich gleichwohl Bedrückung. Denn eine ihrer Grundannahmen führt geradewegs zu ei­ner Denkblockade in der identitätspolitischen Debatte über Betroffene und Repräsentanten, authentische Stimmen und autorisierte Fürsprecher.“

  • Linda Martín Alcoff, Das Problem, fürandere zu sprechen. (aus dem Englischen von Valerie Gföhler; hrsg. und mit einem Nachwort von Marina Martinez Mateo; Reclam Verlag)

„An seinen liberalen Überzeugungen hielt er auch gegen Widerstand fest“: Einflussreicher Publizist und Freund der konstitutionellen britischen Monarchie: Die Memoiren des Ökonomen Moritz Julius Bonn liegen in einer neuen Ausgabe vor. „Es sind die Memoiren eines klugen, welterfahrenen Zeitgenossen, der bis zur Machtergreifung Hitlers die Weimarer Zeit von prominenter Position aus nicht nur beobachtete, sondern in wichtigen Phasen aktiv begleitete. Auch danach, im britischen und amerikanischen Exil, blieb er ein kritischer Beobachter.“

  • Moritz Julius Bonn, So macht man Geschichte?. Bilanz eines Lebens. (Europäische Verlagsanstalt)

„Warum tun die so was?“: In Wann ist endlich Frieden? werden Kinderfragen zum Thema Krieg beantwortet. Ein Sachbuch von trauriger Aktualität. „Feststellen lässt sich aber, dass es gut ist, dass Kinder im Grundschulalter dieses Buch jetzt alleine oder mit Erwachsenen zusammen aufschlagen, in einem Rutsch oder in kleinen Häppchen je nach Interesse lesen können: Die Eskalation der Gewalt in Israel und im Gazastreifen dominiert die Medien, selbst behütete Kinder bekommen das mit – und stellen Fragen.“

  • Elisabeth Raffauf, Wann ist endlich Frieden? (mit Illustrationen von Günther Jakobs; S. Fischer)

„Der Fall des geklauten Pausenbrots“: Bestsellerautorin Juli Zeh hat mit der Juraprofessorin Elisa Hoven ein sensationell gutes Kinderbuch über Gerechtigkeit geschrieben. „Wer als Erwachsener Vorbehalte hat gegen Kinderbücher, die allzu holzhämmernd und stringent ein didaktisches Ziel verfolgen, eine Story zum Beispiel bloß als Verpackung für eine Lektion verwenden und den Kindern ein Erwachsenenthema ’nahebringen‘ wollen, dem wird verziehen sein, wenn er oder sie sich auch diesem Buch erst einmal aus größerer Distanz nähert.“

  • Elisa Hoven und Juli Zeh, Der war’s. (Carlsen Verlag)

„Ein paar Tränen für Anna“: Bov Bjergs Roman Der Vorweiner erzählt böse und komisch von einem unerquicklichen Nordresteuropa der Zukunft. „Bov Bjerg hat sich die Zukunft sehr genau ausgemalt. Neben ulkige Gegenwartsversatzstücke stellt er Überhöhungen der aktuellen Debatten, etwa mit einem Stromzaun um Resteuropa und der klimabedingten Regengrenze. Der Autor, der nicht nur eine Lesebühne mitgegründet hat und seit 25 Jahren beim „Kabarettistischen Jahresrückblick“ mit Kollegen wie Horst Evers komische Dinge in Verkleidung veranstaltet, hat einen an der Politsatire geschulten Humor.“

  • Bov Bjerg, Der Vorweiner. Roman. (Claassen)

 

Anzeige
Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige