Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
„Filme ohne Happy End erscheinen ihr dämlich“: Unverstellt, ungekünstelt und ganz ohne Hemmungen: Meryem Alaoui erzählt in ihrem Debütroman von einer starken Frau in Marokko. „Alaoui erzählt diese Geschichte in einem Ton, der vom ersten bis zum letzten Satz mitreißend ist und berührend, voller Humor und Poesie.“
- Meryem Alaoui, Pferdemund tut Wahrheit kund. Roman. (aus dem Französischen von Barbara Sauser; Lenos Verlag)
„Eines Nachts läutet das Telefon seiner toten Frau“: In seinem Roman Baumgarten fragt Paul Auster, was uns von unseren Liebsten bleibt. „Es sind unterschiedliche Phasen des Gedenkens, die Auster die Titelfigur seines Romans erleben lässt, und wenn der Text hier und da etwas übermäßig geformt wirkt, dann kann man manches davon dem Autor, einiges aber auch seiner Figur zuschreiben. Immer wieder spielt Auster auf Literatur an – Baumgartners Frau heißt mit vollem Namen Anna Blume, er studierte im Oberlin College und findet sich irgendwann wie Kellers Grüner Heinrich zwischen Anna und Judith wieder –, und dass ein Erinnerungsschub durch den Sturz von der morschen Kellertreppe ausgelöst wird, kann man ebenfalls als etwas allzu passend empfinden.“
- Paul Auster, Baumgartner. Roman. (aus dem Englischen von Werner Schmitz; Rowohlt Verlag)
„Ich sitze am Bordstein“: Nach fast neunzig Jahren endlich auf Deutsch: Tom Kromers beklemmende Romandestruktion des amerikanischen Traums: Warten auf Nichts. „Als das Buch 1935 in New York bei Knopf – dem führenden Verlag der literarischen Moderne – mitten in der Großen Depression erschien, bot es keinerlei Anhaltspunkte über seine Hintergründe oder die Person des Autors. Der bloße Text, erzählt in Ichform und im historischen Präsens, sprach ganz für sich und sprach umso eindringlicher davon, was Weltwirtschaftskrise für ein bloßes Menschenschicksal heißt: völlig sachlich, nüchtern, beinah trocken, ohne Larmoyanz und Sentimentalität.“
- Tom Kromer, Warten auf Nichts. Roman. (hrsg. und aus dem Amerikanischen von Stefan Schöberlein; Verlag das Kulturelle Gedächtnis)
„Deniz Utlu und Jan-Philipp Reemtsma triumphieren“: Der Bayrische Buchpreis in der Kategorie Belletristik geht in diesem Jahr an den Berliner Romancier Deniz Utlu für Vaters Meer, in der Sachbuchsparte gewann Jan-Philipp Reemtsmas Wieland-Biographie.
„Luis Mateo Díez, ein Autor im Geist des Cervantes“: Der 82-jährige spanische Romanautor Luis Mateo Díez erhält den mit 125.000 Euro dotierten Cervantes-Preis, die wichtigste Auszeichnung der hispanischen Welt.
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„Warum wir schreiben“: Lesen ist eine Art freiwillige Besessenheit. Lohnt sich aber: Bücher haben mir zum Aufbruch verholfen. Die Eröffnungsrede der Buch Wien. Von A. L. Kennedy „Lesen ist in der Tat eine freiwillige Besessenheit. Aber in unseren besten geschriebenen Werken und insbesondere in den besten Werken der Belletristik ist diese Besessenheit die eines liebevollen Gefährten, die Besessenheit von Tänzern, die sich durch Instinkt, Erfahrung und Freude geleitet gemeinsam bewegen. Wenn wir lesen, sind die Worte da, sie warten auf uns, sie sind für uns gemacht, aber wir müssen sie noch verarbeiten und entschlüsseln. Wir müssen Energie aufwenden, um sie zum Klingen zu bringen, wir müssen uns auf sie einlassen. Das bedeutet Anstrengung.“
- A. L. Kennedy, Als lebten wir in einem barmherzigen Land (Hanser)
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- Heinrich August Winkler, Die Deutschen und die Revolution. (C.H. Beck)







