Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
„Nichts bröckelt schöner als Pompeji“: Kann man sich heute der Stadt am Vesuv noch unbefangen nähern? Der Fotograf Luigi Spina legt einen aufregenden Bildband vor, der den Ruinen ihre Würde lässt. Und zugleich vor einer Vergegenwärtigung der Vergangenheit warnt. „Seine Fotos klammern den Verfall nicht aus, im Gegenteil, das Bröckeln der Mauern mit ihren Rissen und Löchern ist Teil ihrer Ästhetik. Wenn er die berühmte Casa del Menandro abbildet, wetterleuchten die Wandbemalungen im Zwielicht, als ginge man unbegleitet und fast heimlich durch ein schon lange leer stehendes Haus, dessen verwitterte Pracht in jeder Ansicht spürbar ist.“
- Luigi Spina, Pompeji. Eine Reise durch die berühmteste Stätte der klassischen Antike. (Elisabeth Sandmann Verlag)
„Was unter Kooperation zu verstehen ist, das bestimmte Paris“: Einmischungen und Übergriffe in nicht enden wollender Folge: Ein Sammelband fächert das Sündenregister der nachkolonialen französischen Afrikapolitik auf.
- „Une Histoire de la Françafrique“. L’Empire qui ne veut pas mourir. Sous la direction de Th. Borrel, A. Boukari-Yabara, B. Collombat et Thomas Deltombe. (Points)
„Zwischen scharfen Klippen“: Camille Joseph und Isabelle Kalinowski spüren der Methodik des Ethnologen Franz Boas nach.
- Camille Joseph und Isabelle Kalinowski, Unerhörtes Sprechen. Franz Boas und die indianischen Texte. (aus dem Französischen von Katrin Heydenreich; Wallstein Verlag)
![]()
„Der Dylan-Ziegel“: Ab und zu braucht man Bob Dylan, da kommen eine definitive Biografie und zwei endlich komplette Konzertmitschnitte der legendären Auftritte im Budokan gerade zur rechten Zeit. „E-Books sind, wie sagt man heute, schon okay. Aber hin und wieder begegnet man dann doch einem materiegewordenen Argument dafür, dass Bildschirme, sogar größere, das Buch zwar ergänzen, nicht aber ersetzen können. Ein solches Argument ist das schweinedicke, unhandliche Buch, das jetzt, wie ein Beatles-Song heißt, here, there and everywhere, also gewissermaßen weltweit unter dem Titel Bob Dylan: Mixing up the Medicine erschienen ist.“
- Bob Dylan: Mixing up the Medicine (Droemer)
![]()
„‚Je mehr wir erreichten, desto schärfer wurde der Diskurs’“: Über eine gerne geleugnete Realität: Naika Foroutan schildert in Es wäre einmal deutsch die Etappen der Migration – eine Geschichte der Widerstände und Erfolge.
- Naika Foroutan, Es wäre einmal deutsch: Über die postmigrantische Gesellschaft. (Ch. Links Verlag)
„Wie schwer es ist, das Elternhaus loszuwerden“: Norwegerin Inghill Johansen erzählt intensiv von einer verunsicherten Frau. „In ihrer norwegischen Heimat ist die 1958 geborene und mehrfach ausgezeichnete Autorin bekannt für ihre Kurzprosa, und auch „Ein Bungalow“ – das erste von bisher sechs Büchern der Autorin, das ins Deutsche übertragen wurde – gleicht einem kunstvollen literarischen Puzzle. Meist umfassen die Kapitel nur wenige Seiten, einige sind sogar kaum 20 Sätze lang. Sie enthalten Alltagsbeobachtungen, kleine Anekdoten und von Wehmut geprägte Kindheitserinnerungen – Gedankenschnipseln gleich, die einem durch den Kopf schießen und doch so dicht erzählt sind, dass man manche von ihnen erneut lesen muss.“
- Inghill Johansen, Ein Bungalow (a. d. Norweg. v. Ina Kronenberger; Stroux Edition)