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Umgeblättert heute: „Eine einzigartige Lebensgeschichte“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

„Aus der Küche auf die Bühne“: Hundert Jahre nach seinem Geburtstag ist Bulat Okudschawa unverändert aktuell: Mein Jahrhundert versammelt Lieder und Gedichte des systemkritischen russischen Sängers. „Bei den deutschen Fassungen hat sich Maaß gut geschlagen, denn Okudschawas Lyrik ist mühelos zu verstehen, aber verdammt schwer zu übersetzen: So paradox es klingt, aber gerade Werke, die sprachlich unambitioniert daherkommen, bergen oft die größten Herausforderungen.“

  • Bulat Okudschawa, Mein Jahrhundert. Lieder und Gedichte. (Lukas Verlag)

„Schwerenöter der Trägheit“: Wenn plötzlich jeder wandert, kann man von einer Seuche sprechen: Ivan Gončarovs Erstlingswerk Die Schwere Not wird wiederentdeckt. „Was diesen humoristischen Erstling, der streckenweise noch Etüdencharakter trägt, als Werk eines künftigen Meisters ausweist, ist die frappante Originalität, mit der er sein Thema aufgreift: die Muße. Die Tradition will sie seit jeher auf dem Lande finden und flieht deshalb die Stadt.“

  • Ivan Gončarov, Die Schwere Not. Eine Erzählung aus Sankt Petersburg im Jahre 1838. (aus dem Russischen und hrsg. von Peter Urban; Nachwort von Kior Janev; Friedenauer Presse)

„Was es zu beweisen gilt“: In Suzie Millers Roman Prima facie wird eine junge Rechtsanwältin Opfer einer Vergewaltigung und verliert den Glauben an die Justiz. „Knapp 350 Seiten braucht sie dabei für ein Geschehen, das sie immer wieder mit Zeitsprüngen in die Vergangenheit erzählt, um im Kontrast dazu die Aufstiegs­geschichte ihrer Protagonistin zu schildern. Das fordert dem Leser einen langen Atem ab, denn Miller hat sich nicht nur vorgenommen, über ihre Ich-Erzählerin den Umgang mit Opfern sexueller Gewalt im britischen Rechtssystem zu kritisieren, sie will zugleich auch den Klassenkonflikt zwischen Tessa Ensler und den Rest ihrer Anwaltskollegen thematisieren.“

  • Suzie Miller, Prima facie. Roman. (aus dem Englischen von Katharina Martl; Kjona Verlag)

„In die Freiheit, und dann?“: Die Malerin Eliška Bartek erzählt in ihrem ersten Roman eine einzigartige Lebensgeschichte. „Manchmal hatte ich den Eindruck, ein weibliches, emotional aufgeladenes Gegenstück zu dem Roman Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins ihres tschechischen Landsmanns Milan Kundera zu lesen.“

  • Eliška Bartek, Und vor mir ein ganzes Leben. Roman. (Weissbooks)

„Katastrophales Tauschgeschäft“: Der soziale Frieden im Land ist trügerisch, findet der Soziologe Simon Schaupp in seinem Buch Stoffwechselpolitik. Lange gehe das nicht mehr gut. „In Stoffwechselpolitik – Arbeit, Natur und die Zukunft des Planeten legt er einen überzeugenden Versuch vor, Produktions- und Arbeitspolitik mit Umweltpolitik zu verflechten.“

  • Simon Schaupp, Stoffwechselpolitik – Arbeit, Natur und die Zukunft des Planeten (Suhrkamp)

„Wenigstens einer weiß Bescheid“: Eine Auswahl aus den gescheiten Goethe-Essays von Peter Hacks. „Was dem Band nicht geschadet hätte, wäre ein Register; was er unbedingt gebraucht hätte, sind die Publikations- oder Entstehungsdaten der einzelnen Essays. Dieser Art des Philologenfleißes hätte sicherlich auch Hacks etwas abgewinnen können.“

  • Peter Hacks, Die Verteidigung Goethes. Essays zur Klassik. (hrsg. v. Marlon Grohn; Eulenspiegel)
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