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PR-Seminar der avj: „Krisen starten meist am Wochenende“

In der vergangenen Woche trafen sich in Frankfurt am Main/Seckbach 22 Pressesprecher:innen von Kinder- und Jugendbuchverlagen zu einem von der AG Komm der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) organisierten PR-Seminar. „Keine Angst vor Shitstorms – effiziente Krisen-PR auf allen Kanälen“ lautete die Überschrift am 28. und 29. Juni. In der Einladung hieß es: „Wir hoffen, dass niemand die Inhalte dieses Seminars je anwenden muss. Aber sie zu kennen, ist ein MUSS.“ Als Referent konnte Jan Frankowski, Geschäftsführer KONTEXT public relations GmbH, gewonnen werden, der das A-Z der Krisenkommunikation kennt.

Teilnehmende des PR-Seminars der avj am Mediacampus Frankfurt

„Krisen starten meist am Wochenende“, weiß Jan Frankowski aus eigener Erfahrung. „Sie sind sehr dynamisch, verlaufen ohne festes Schema, sind gerade zu Beginn in Ausmaß und Folgen kaum überschaubar – aber sind zeitlich befristet“, konnte er die 22 Teilnehmenden beruhigen. Doch bevor er weiter auf Definition, Risikomatrix, Handlungsphasen und die Organisation des Krisenstabs einging, wurde gespielt. Ein Krisenquartett. 22 Karten, 22 Krisen, 22 Einschätzungen, wessen Krise die dramatischste ist. Ein verunreinigter Fluss, Kinderarbeit beim Zulieferer, Stecknadeln auf einem öffentlichen Spielplatz, ein verschwundener Festival-Teilnehmer – kann es schlimmer kommen? Durchaus. Aber anhand einer Risikomatrix lernten die Teilnehmenden einzuschätzen, inwieweit ihr Fall aufgrund von ethischen Komponenten eine besondere öffentliche Relevanz bekam und einen Reputationsschaden hätte mit sich bringen können.

„Seid ihr richtig aufgestellt, wenn den Verlag ein Shitstorm ereilt?“, fragte Jan Frankowski. „Gibt es einen Krisenstab? Sind potentielle Auslöser bekannt – und wurden Szenarien durchgespielt?“ Mit dieser Hausaufgabe und dem Workshop „Wenn ich die Krise bekomme …“ endete der erste Tag auf dem Mediacampus Frankfurt. Am Samstag berichtete Janine Wölfel von der AG Komm aus ihrem ehemaligen Alltag in einer PR-Agentur und motivierte Teilnehmende, von ihren Krisen zu berichten. Krisen, die wir alle in den Medien mitverfolgt haben und bei denen alle dachten „Wie gut, dass uns diese Krise nicht ereilt hat.“

„Es ist unfassbar, was auf einen einstürzt, wenn sich Medien und Stakeholder auf ein Thema einschießen“, wusste Heidi Verbancic, Product PR Managerin vom Ravensburger Verlag zu berichten. Dem konnte Svea Unbehaun von den Thienemann Verlagen beipflichten. „Der Shitstorm hat uns völlig unerwartet erreicht. Glücklicherweise hatten wir schon lange einen Krisenstab etabliert. Aber auch ich war über die unfassbaren Inhalte der Postings, Mails und Telefonate irritiert.“

„Keine Angst vor Shitstorms – effiziente Krisen-PR auf allen Kanälen“ – ein Seminar, das zwar nachdenklich gemacht und interne Strukturen hinterfragt, aber auch gezeigt hat: Wir alle können  täglich mit einer Krise konfrontiert werden. Aber wer gut vorbereitet ist und Ruhe bewahrt, hat den ersten Schritt gemacht, ihr – wenn auch mit viel Energie – zu begegnen und sie zu meistern.

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