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Bestenliste: Die Sachbücher des Monats Juni 2025

Die Medienunternehmen Die Welt, Radio 3 RBB, Neue Zürcher Zeitung und ORF-Radio Österreich 1 stellen monatlich die „Sachbücher des Monats“ zusammen. Dieses Mal dabei:

Christina von Braun / Tilo Held: Kampf ums Unbewußte. Eine Gesellschaft auf der Couch, Aufbau Verlag, 730 Seiten, € 34,00

Tilmann Lahme: Thomas Mann. Ein Leben, Deutscher Taschenbuch-Verlag (dtv), 588 Seiten, € 28,00

Douglas Rushkoff: Survival oft he Richest. Warum wir vor den Tech-Milliardären nicht einmal auf dem Mars sicher sind. Übersetzt von Stephan Gebauer, Suhrkamp Verlag, 282 Seiten, € 22,70

Wolfgang Benz: Zukunft der Erinnerung. Das deutsche Erbe und die kommende Generation, Deutscher Taschenbuch-Verlag (dtv), 237 Seiten, € 20,00

Mathias Brodkorb: Postkoloniale Mythen. Auf den Spuren eines modischen Narrativs, zuKlampen Verlag, 269 Seiten, € 28,00

Kurt Bauer: Niemandsland zwischen Krieg und Frieden. Österreich im Jahr 1945, Residenz Verlag, 272 Seiten, € 29,00

Julian Schütt: Max Frisch. Biographie einer Instanz, Suhrkamp Verlag, 706 Seiten, € 38,00

Herbert Lackner: 1945 – Schwerer Start in eine neue Zeit, Carl Ueberreuter Verlag, 208 Seiten, € 25,00

Roberto Saviano: Treue. Liebe, Begehren und Verrat – die Frauen in der Mafia. Übersetzt von Anna Leube und Wolf Leube, Hanser Verlag,271 Seiten, € 24,00

Saúl Alvídrez: Chomsky & Mujica. Überleben im 21. Jahrhundert. Übersetzt von Franziska Dinkelacker, Westend Verlag, 224 Seiten, € 24,00

Besondere Empfehlung des Monats Juni: Prof. Ernst Strouhal (Autor, Universität für angewandte Kunst, Wien): Daniela Strigl, Zum Trotz. Erkundung zu einer zwiespältigen Eigenschaft, Residenz Verlag, 96 Seiten, € 22,00

Nicht nur die Ideen und Vorstellungen der Menschen haben ihre Geschichte, sondern auch ihre Gefühle und Eigenarten. Daniela Strigl zeichnet die Geschichte der ambivalenten Haltung und Handlung des Trotzens nach. Die Trotzigen haben und hatten nie eine gute Presse, sie widerstehen allen vernünftig erscheinenden Kompromissen, das Einlenken und Kleinbeigeben ist ihre Sache nicht.
Am historischen und literarischen Material entwickelt Strigl eine vielgestaltige Typologie der Trotzigen: der Rebellen, Heroinen, Dissidenten, Querdenker und Quälgeister. Ein brillanter, souveräner Essay – getragen von Distanz zur Destruktivität und Selbstbezüglichkeit der trotzigen Helden ebenso wie von Sympathie für ihren Zorn und Eigensinn, ohne den es keine Kunst und Veränderung gäbe. Das Spektrum ihrer Erkundung ist weit: Es reicht von Antigone bis zu Michael Kohlhaas, von Karl Kraus bis zu Peter Handke, von Jeanne d’Arc bis zum Suppenkaspar, der den Hungertod dem Verzehr der ihm vorgesetzten Suppe vorzieht. Seine Gründe sind rätselhaft. Vielleicht ist ja einfach nur Trotz. (Ernst Strouhal)

Die Jury: Tobias Becker, Der Spiegel; Natascha Freundel, RBB-Kultur; Dr. Eike Gebhardt, Berlin; Knud von Harbou, Feldafing; Prof. Jochen Hörisch, Unversität Mannheim; Günter Kaindlstorfer, Wien; Dr. Otto Kallscheuer, Sassari, Italien; Petra Kammann, FeuilletonFrankfurt; Jörg-Dieter Kogel, Bremen; Dr. Wilhelm Krull, Hamburg; Marianna Lieder, Berlin; Lukas Meyer-Blankenburg, Redaktion Das Wissen, SWR; Gerlinde Pölsler, Der Falter, Wien; Marc Reichwein, DIE WELT; Thomas Ribi, Neue Zürcher Zeitung; Prof. Dr. Sandra Richter, Deutsches Literaturarchiv Marbach am Neckar; Wolfgang Ritschl, ORF Wien; Florian Rötzer, krass-und-konkret, München; Norbert Seitz, Berlin; Mag. Anne-Catherine Simon, Die Presse, Wien; Prof. Dr. Philipp Theisohn, Universität Zürich; Dr. Andreas Wang, Berlin; Prof. Dr. Harro Zimmermann, Bremen; Stefan Zweifel, Zürich.

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