
Der Kölner Buchhändler Markus Felsmann startet mit »queergelesen« ein neues Literaturprojekt, das zunächst als Blog auf Instagram angelegt ist. Unter dem Claim »books beyond binary« widmet sich »queergelesen« der Sichtbarmachung postidentitärer Titel sowie literarischer Stimmen jenseits normativer Erzählmuster, die im weitesten Sinne als queer gelesen werden können. Auch feministische Perspektiven
sowie gesellschaftspolitisch relevante Bücher finden dabei Beachtung.
»queergelesen« will Literatur im digitalen Raum kuratieren und grenzt sich nach eigenen Angaben dabei bewusst von marktgängiger Mainstream-Belletristik für meist junge Leser:innen ab, die auf der Bedeutungsebene oftmals einen Backlash in puncto Geschlechtervielfalt und Emanzipation darstelle. Im Mittelpunkt stünden vielmehr besondere Titel – Herzensbücher wie z.B. »Der Kaiser der Freude« von Ocean Vuong und literarische Preziosen, die in der Flut der Neuerscheinungen unterzugehen drohen. „»queergelesen« setzt gezielt auf eine
persönliche, sorgfältige Auswahl und schafft so Sichtbarkeit für Texte, die inhaltlich wie auch ästhetisch neue Wege gehen.“
Dabei soll »queergelesen« mehr sein als nur ein literarischer Blog: Die beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldete Marke sei strategisch so konzipiert, dass sie langfristig Anschluss an weitere kreative Ideen ermögliche, erklärt Felsmann. Auch Optionen wie eine spätere Distribution ausgewählter Titel sind nicht ausgeschlossen.
Markus Felsmann ist ausgebildeter Buchhändler. Nach dem Abschluss seines
geisteswissenschaftlichen Studiums und einiger Zeit im Verlagswesen fand er seinen Weg in den Kölner Buchhandel. Er war u.a. viele Jahre im Buchladen Neusser Straße sowie im Bastei Lübbe–Concept Store Siebter Himmel tätig. Aktuell arbeitet er im Thalia Mayersche Flagship-Store am Kölner Neumarkt. Dort ist er Ansprechpartner im Bereich Belletristik.