
Der frühere Lehmanns-Geschäftsführer Detlef Büttner, heute unter anderem als Berater und Unternehmer aktiv, hat gemeinsam mit Partnern einen „KI-O-Mat“ (https://ki-o-mat.de/) entwickelt. Das kostenlose Online-Tool richtet sich an mittelständische Unternehmen und soll in einem Schnelltest von weniger als zehn Minuten aufzeigen, in welchen Bereichen grundsätzlich Potenzial für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz besteht. Ziel ist ausdrücklich nicht die sofortige Implementierung standardisierter KI-Lösungen, sondern eine erste Standortbestimmung – bevor „blind drauf losgeschossen wird“, wie Büttner es formuliert.
Im Gespräch mit BuchMarkt betont Büttner, dass sich der Ansatz grundsätzlich auch für die Buchbranche eigne, allerdings ohne pauschale Antworten zu liefern. „Die Chancen, die uns KI-Tools bieten, sind aus meiner Sicht enorm, allerdings müssen wir sehr genau hinsehen, wo sie uns unternehmerisch tatsächlich weiterbringen,“, sagt er. Zugleich verfüge die Branche bereits über eine zentrale Stärke: den prozessualen Umgang mit großen Datenmengen. Der tatsächliche Bedarf an KI lasse sich nicht generalisieren. Häufig liege er weniger in spektakulären Anwendungen als vielmehr in der Optimierung von Prozessen im Arbeitsalltag – etwa bei der Digitalisierung von Belegflüssen, dem schnellen Zugang zu Dokumenten in verschiedenen Systemen oder der Bedarfsermittlung aus Kund:innenfeedback. Das zugrunde liegende Prinzip beschreibt Büttner mit „größten Hebel ermitteln, prüfen, machen“ – unabhängig von der Unternehmensgröße.
Der KI-O-Mat versteht sich dabei als Orientierungsinstrument für Unternehmen, die Interesse an KI haben, aber noch keinen klaren Ansatzpunkt definiert haben. In manchen Fällen, so Büttner, zeige sich sogar, dass gar keine KI-Tools nötig seien, sondern vielmehr die Optimierung der vorhandenen Instrumente oder die Erweiterung des eigenen Geschäftsmodells.
Neben dem KI-Projekt ist Büttner auch an der Open-Access-Initiative „Purchase to Open“ (https://purchase-to-open.com/) beteiligt, die es kleinen und mittleren wissenschaftlichen Verlagen erleichtern soll, unter Einbeziehung des Buchhandels nachhaltige Finanzierungsmodelle für Open-Access-Buch-Publikationen zu etablieren. Der Dienst, der über Crowdfunding durch Bibliotheken funktioniert, startet 2026 mit den ersten von Verlagen eingestellten Neuerscheinungen.