
Mit dem nopressure99bookclub ist Anfang 2026 ein Literaturformat in die nächste Phase gestartet, das bewusst zwischen den Branchen arbeitet: Literatur, Film, Medien und Popkultur. Hinter dem Projekt stehen die Filmproduzentin Leslie-Alina Schäfer, der Kameramann Yunus Roy Imer und die Drehbuch- und Romanautorin Rebecca Martin, die selbst zwischen 2008 und 2015 drei Romane bei Schwarzkopf & Schwarzkopf und DuMont veröffentlicht hat.
Die Initiator:innen eint die Erfahrung, dass es in Deutschland bislang nur wenige Formate gibt, in denen sich die Literatur- und die Film- und Medienbranche systematisch begegnen. Genau diese Lücke will der nopressure99bookclub schließen: Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – aus Politik, Schauspiel, Musik oder Social Media – sprechen mit Autor:innen über Bücher, jenseits von Neuerscheinungszwang, Feuilleton-Routinen oder klassischen „Wasserglaslesungen“, so die Idee.
Gleichzeitig reagiert das Projekt auf ein weiteres, aus Sicht der Macher:innen drängendes Problem: In der Fülle der Neuerscheinungen fällt es vielen Leser:innen zunehmend schwer, Bücher zu finden, die wirklich zu ihnen passen. Der nopressure99bookclub will Orientierung bieten – nicht über Empfehlungsalgorithmen, sondern über persönliche Gespräche, Identifikation und kulturelle Nähe.
Plattformübergreifende Gespräche

Das Format ist bewusst plattformübergreifend angelegt. Das heißt, die Gespräche erscheinen sowohl als Video bei YouTube, als Podcast auf allen gängigen Plattformen und als Reels auf Instagram. Außerdem findet der Buchclub 2026 erneut auch vor Ort im Château Royal in Berlin statt.
Alle zwei Wochen erscheint eine neue Folge, alle zwei Monate findet zusätzlich eines der Live-Events statt. Der Eintritt ist grundsätzlich frei, nach Anmeldung sind die Veranstaltungen öffentlich zugänglich, das Konzept ist damit bewusst niedrigschwellig und inklusiv.
Finanzierung: Pro bono, Sponsoring und Förderanträge
Der nopressure99bookclub wird bislang vollständig pro bono betrieben: von den drei Initiator:innen ebenso wie von den Fotograf:innen, Techniker:innen und Helfer:innen. Eine institutionelle Förderung gibt es aktuell noch nicht, Förderanträge bei öffentlichen und privaten Geldgebern sind jedoch geplant. Auch für Werbepartner:innen ist das Projekt grundsätzlich offen.
Die bisherigen Live-Events wurden über Sach- und Leistungssponsoring realisiert. Getränke, Goodiebags und Gastgeschenke – unter anderem von P&T, Diptyque, LAMY und Sawade – ersetzten klassische Honorare. Unterstützt wurde das Projekt zudem von mehreren Verlagen, darunter Rowohlt, Kiepenheuer & Witsch, DuMont und AKI.
Literatur als öffentlicher Dialog
Inhaltlich setzt der nopressure99bookclub auf offene, dialogische Formate: Jeweils zwei Gäste – eine prominente Persönlichkeit und eine Autor:in – gestalten das Gespräch frei, Ausgangspunkt ist ein Buch oder ein Werk. So sind bisher Begegnungen beispielsweise zwischen Luisa Neubauer und Liliane Amuat, Sophie Yukiko und Hengameh Yaghoobifarah oder Ricarda Lang und Eva Menasse entstanden. Zum Start ins Jahr 2026 spricht Heidi Reichinnek mit Isabelle Lehn über deren Roman Die Spielerin (S. Fischer).
Hanna Schönberg