Gestern Abend stellten die für den „WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreis für kritische Kurztexte 2026“ nominierten Autor:innen ihre Texte im Literaturhaus Frankfurt vor. Marcel Beyer, Petra Nagenkögel, Lara Rüter, Boris Schumatsky und Ivna Žic lasen aus ihren Texten und sprachen mit Carolin Callies, Amelie May, Malu Schrader, Shirin Sojitrawalla und Jan Wieleüber ihr Schreiben und die Themen, die sie beschäftigen.

Marcel Beyer stellte seinen vielschichtigen Essay „Augenlicht“ vor, in dem er sich intensiv mit dem Sehen, Gesehenwerden und Nicht-Sehen-Können auseinandersetzt. Die österreichische Autorin Petra Nagenkögel las aus ihrem Essay „Endlinge“, der kenntnisreich über das Artensterben und das Verhältnis der Menschen zu den verschwindenden Arten reflektiert. Lara Rüters dichter Prosatext „Formula 977“ sucht nach Verbindungen zwischen Autismus und Esoterik in einer Familiengeschichte, die geprägt ist von Wahrnehmungsverschiebungen und Ängsten. In seinem Text „Mit Russland sterben“ zeichnet Boris Schumatsky ausgehend von der Lebensgeschichte seines Vaters ein eindringliches Bild davon, wie sich politische Gewalt in den Körper und das Denken einschreibt. In „Die Unversehrten“ setzt sich die kroatisch-schweizerische Autorin Ivna Žic literarisch mit Long Covid, unzulänglicher Gesundheitspolitik und dem Schreiben als sorgender Praxis auseinander.
Die Shortlist-Nominierung ist mit jeweils 3.500 Euro dotiert. Am 17. März wird bekannt gegeben, wer den Preis erhält. Die Preisverleihung findet am 12. Juni in Frankfurt am Main statt.
Ein Mitschnitt der Veranstaltung wird am 22. Februar um 12 Uhr (Wiederholung am 24. Februar um 15:00) auf hr2-kultur in der Sendung „Literaturland Hessen“ ausgestrahlt.
Der WORTMELDUNGEN-Literaturpreis 2026 ist ein Programm der Crespo Foundation in Kooperation mit dem Literaturhaus Frankfurt und dem Verbrecher Verlag. Präsentiert von hr2-kultur und blauschwarz berlin.
Die Texte sind hier zu lesen: wortmeldungen.org/literaturpreis/shortlist






