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Wie Ines Zimzinski Hörbüchern von Selfpublishing-Autor:innen mehr Gehör verschaffen will

Als Die Höragenten GmbH 2005 gegründet wurde, war der Hörbuchmarkt noch überschaubar und die (digitalen) Vertriebs- und Marketingstrukturen für Audio steckten noch in den Kinderschuhen. So berichtet es die Gründerin Ines Zimzinski, gelernte Einzelhandelskauffrau.

Ines Zimzinski (Foto: privat)
Ines Zimzinski (Foto: privat)

Die Höragenten positionierten sich früh als Agentur für Marketing und Vertrieb von Hörbüchern – mit unkonventionellen Ideen wie Hörpartys nach dem Tupper-Prinzip. Außerdem war Zimzinski lange Dozentin im Bereich Crowdfunding. 2013 gründete sie zusätzlich den Hörbuchverlag Hörbuchmanufaktur; 2021 folgte ein eigenes Tonstudio. Bis heute entstanden unter ihrer Regie rund 3.000 Hörbuchproduktionen. Das Alleinstellungsmerkmal: Verlegt werden ausschließlich Selfpublishing-Autor:innen, die eine Umsatzbeteiligung erhalten, die Produktionskosten trägt der Verlag.

Für dieses Jahr seien „nur“ 60 Hörbücher geplant, berichtet Zimzinski, die veränderten Modalitäten auf den gängigen Plattformen setzten kleinere Anbieter:innen stärker unter Druck. Mit Soundriver verfügt sie aber auch über einen digitalen Hörbuchvertrieb. Parallel dazu erweiterte sie ihr Portfolio strategisch: Der Print-Buchverlag Lebensgeschenke ergänzt das Programm um Sachbücher; ab 2027 soll mit Ohne Ohren ein eigener Phantastik-Verlag starten.

Community statt Leerstelle

Ein zentrales Thema für Zimzinski bleibt Sichtbarkeit – für Inhalte ebenso wie für Menschen. Mit der Lesungsvermittlungsplattform Autor sucht Couch will sie Veranstalter:innen und Autor:innen zusammenbringen. Neu hinzugekommen ist hier seit kurzem das Format Leseclub, das private Clubs mit Layout, Community-Ansprache, Büchern und Autor:innen-Präsentationen unterstützen will. Das Projekt ist nicht gewinnorientiert, auch hier geht es Zimzinski vor allem wieder um die Sichtbarkeit ihrer und anderer Autor:innen.

Neue Formate

Und schon sind weitere Ideen in der Pipeline: Bald soll es sogenannte „Tiny Books“ geben, fünf Zentimeter hohe Kunststoffobjekte mit aufgedrucktem QR-Code, der direkt zum Hörbuch führt. Entwickelt wird das Konzept gemeinsam mit Andreas Hagemann.

„Eine zentrale Frage für mich ist: Was kann ich als Selfpublisher:in heute noch alles tun für meine Sichtbarkeit, Marke und Positionierung?“, beschreibt Zimzinski ihr Anliegen. Eine Frage, die sich ihrer Meinung nach auch der Buchhandel stellen sollte. Zimzinski wünscht sich dort mehr Risikobereitschaft, mehr Mut zu ungewöhnlichen Präsentationen oder neuen Erlebnisformaten. Entscheidend sei, so Zimzinski, der Schritt raus aus der eigenen Blase. Denn nur dort entstünden neue Leser:innen, Hörer:innen und Märkte.

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