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Die Kurt Wolff Stiftung und ehemalige Jurymitglieder äußern sich ebenfalls zur Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises 2026

„Der Vorstand der Kurt Wolff Stiftung ist höchst irritiert und beunruhigt über die Revidierung der Jury-Entscheidung zum diesjährigen Buchhandlungspreis“, heißt es in einer Pressemitteilung. Dass der Kulturstaatsminister sich in drei Fällen über die Entscheidung der von seiner Behörde eingesetzten Jury aus erwiesenen Branchenkennern hinwegsetzt, sei eine Einflussnahme, die Grundprinzipien des Preises konterkariere. Es könnte sogar als politische Einflussnahme wahrgenommen werden.

Der Ansatz, das umstrittene Haber-Verfahren zur Überprüfung der Preisträger:innen anzuwenden, komme einem Generalverdacht gegen alle Akteur:innen der deutschen Buchbranche gleich und sei vollkommen unangemessen.

Der seit 2015 jährlich vergebene Buchhandlungspreis wurde maßgeblich von der Kurt Wolff Stiftung initiiert, die auch als dessen Partner auftritt.

Mit dem Buchhandlungspreis soll ein besonderes buchhändlerisches Engagement für eine vielfältige Buch- und Literaturlandschaft in Deutschland gewürdigt werden.

Die drei betroffenen Buchhandlungen Golden Shop (Bremen), Rote Straße (Göttingen) und Zur schwankenden Weltkugel (Berlin), seien seit vielen Jahrzehnten mit ihrem Engagement und ihrem Sortiment ein fester Bestandteil des deutschen Buchhandels und jeweils bedeutende Ankerpunkte der lokalen Kulturvermittlung.
Gerade diese Buchhandlungen sorgten mit ihrem Angebot abseits des Mainstreams exemplarisch für die Sichtbarkeit von Vielfalt. Sie setzten sich mit ihrer Arbeit für die in einer Demokratie grundlegenden Prinzipien Meinungsfreiheit, Freiheit von Kunst und Literatur und für die Möglichkeit der Meinungsbildung ein und hätten die Auszeichnung daher mehr als verdient.

„Sie ihnen aufgrund von Bedenken, die nicht einmal mitgeteilt werden, vorzuenthalten, ist mehr als bedenklich – auch in Hinblick auf kommende Kulturpreisverleihungen.“, so Daniel Beskos, Sarah Käsmayr und Dr. Katharina E. Meyer (Vorstand der KWS).

Ehemalige Jurymitglieder des Deutschen Buchhandlungspreises schreiben weiterhin:

„Wir haben in unserer Zeit als Mitglieder der Jury des Deutschen Buchhandlungspreises die Buchhandlungen Rote Straße, Göttingen, Golden Shop, Bremen, und Schwankende Weltkugel, Berlin, ausgezeichnet und würden das wieder tun.“, so Britta Jürgs, Jim Baker, Gabriele Schink, Manfred Metzner, Manuela Reichart, Christian Geschke, Regina Vogel, Monika Bilstein, Knut Cordsen, Melanie Raabe und Stefan Weidle.

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