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Statement der Verbundgruppen Buchwert, eBuch, LG Buch und der Nordbuch zum Ausschluss von Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis

Der Deutsche Buchhandlungspreis ist weit mehr als eine Auszeichnung – er ist ein Zeichen der Wertschätzung für all jene unabhängigen Buchhandlungen, die Tag für Tag unsere Städte lebendig halten, Begegnungen ermöglichen und mit ihrem unermüdlichen Engagement zur kulturellen Vielfalt, zum gesellschaftlichen Dialog und zur Demokratie beitragen. Vor allem Buchhandlungen sind Räume des offenen Diskurses und der kulturellen Freiheit. Entscheidungen, die den Eindruck politischer Bewertung von und direkter Einflussnahme auf Buchhandlungen und deren Arbeit erwecken, können das Vertrauen in diese Räume und die Freiheit der Buchkultur nachhaltig beschädigen.

Gerade für diese Orte sind Kunst- und Meinungsfreiheit unverzichtbar. Sie sind das Fundament, auf dem der unabhängige Buchhandel steht.

Umso wichtiger ist es, dass Entscheidungen über Preisträger:innen transparent, nachvollziehbar und an kulturellen Leistungen ausgerichtet sind und nicht an politischen Bewertungen. Wenn nachträglich in die Entscheidung einer unabhängigen Jury eingegriffen wird, wirft dies Fragen nach Transparenz und dem grundsätzlichen Verfahren staatlicher Kulturförderung auf.

Das konkrete Vorgehen des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Falle des Ausschlusses von drei mit dem Deutschen Buchhandlungspreis 2025 ausgezeichneten Buchhandlungen ist äußerst fragwürdig und nicht akzeptabel. Wenn Prüfprozesse und Ergebnisse im Verborgenen bleiben und betroffene Buchhandlungen keine Möglichkeit haben, Einsicht in das Verfahren zu erlangen und Widerspruch einzulegen, widerspricht dies dem Geist von Fairness und Offenheit, für den die Preisvergabe auch stehen sollte.

Wir, die Verbundgruppen unabhängiger Buchhandlungen, lehnen es entschieden ab, die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung und daraus folgernd die Preiswürdigkeit von Buchhandlungen davon abhängig zu machen, welche Titel sie führen oder welche Stimmen sie sichtbar machen. Der unabhängige Buchhandel lebt von Vielfalt, nicht von Konformität. Den bloßen Verdacht von politischer Unliebsamkeit und Verfassungsfeindlichkeit in den Raum zu stellen, ohne klare Belege offenzulegen, schadet dem Vertrauen in den Preis und gefährdet die Freiheit und Anerkennung, für die er einst geschaffen wurde. Die Freiheit der Kultur ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer demokratischen Gesellschaft.

Darüber hinaus lehnen wir die direkte oder indirekte Einflussnahme der Politik und Kulturpolitik auf die inhaltliche Arbeit von Buchhandlungen ab. Diese sind unabhängig und dies ist unverzichtbar.

Gez. Michael Rosch, Geschäftsführer Buchwert
Gez. Angelika Siebrands, Julian Müller, Vorstände eBuch
Gez. Thomas Richter, Klaus Finke, Vorstände LG Buch
Gez. Swantje Meininghaus, Geschäftsführerin Nordbuch

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    Ein Kommentar

    1. Sehr gut formuliertes gemeinsames Statement der vier Verbundgruppen!
      Wir werden den auf A3 vergrösserten Text in unser Schaufenster hängen.
      Wie wäre es mit einer Solidaritäts-Aktion von vielen Buchhandlungen während der Preisverleihung auf der Leipziger Buchmesse?
      Oder falls eine Teilnahme nicht möglich ist in der Buchhandlung vor Ort – z.B. mit kurzzeitiger Ladenschliessung und/oder zugepflastertem Mund …?

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