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Leipziger Buchmesse 2026 zieht positives Fazit

313.000 Besucher:innen (2025: 296.000), über 3.000 Veranstaltungen an über 300 Leseorten in Leipzig und 2.044 Aussteller:innen aus 54 Ländern kamen vom 19. bis 22. März auf die Leipziger Buchmesse 2026.

„Auch 2026 hat sich die Leipziger Buchmesse als Ort der Debatten bewiesen, sei es zu literarischen wie gesellschafts- und kulturpolitischen Themen. Unser Angebot spiegelt diese Vielfalt auf einzigartige Weise wider und übt als Publikumsmagnet mehr Anziehungskraft als je zuvor aus. Gleichzeitig wertschätzen die Verlage die Leipziger Buchmesse und Leipzig liest, Europas größtes Lesefestival, als zentrale Vermarktungsplattform, auf der sie ihre Bücher und Autor:innen hunderttausenden interessierten Leser:innen gleichzeitig vorstellen können“, zogAstrid Böhmisch, Direktorin der Leipziger Buchmesse, stolz Resümee.

Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels: „Die Leipziger Buchmesse hat einmal mehr ihre besondere Kraft entfaltet: Mit großer Leidenschaft hat die Branche die Vielfalt der Stimmen und Inhalte sichtbar gemacht und ist gleichzeitig solidarisch und mutig für ihre grundlegenden Werte eingetreten. Sie hat auch klar gemacht, dass sie nur dann weiter ein starkes Rückgrat für die Demokratie sein kann, wenn die Politik verlässliche Rahmenbedingungen schafft – wie faire Regeln für KI, Alternativen zur Dominanz großer Plattformen oder die Förderung von Medien- und Lesekompetenz.”

Die Jury des 22. Preises der Leipziger Buchmesse erntete großen Zuspruch für ihre Auswahl der Gewinnertitel aus den 485 Einreichungen der 177 Verlage. In der Kategorie Belletristik wurde Katerina Poladjan für ihren Roman „Goldstrand“ (S. Fischer) gefeiert, den Sachbuch/Essayistik-Preis erhielt Marie-Janine Calic für „Balkan-Odyssee, 1933–1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa“ (C.H. Beck). Für die Übersetzung von „Unten leben“ aus dem Spanischen von Gustavo Faverón Patriau wurde Manfred Gmeiner geehrt.

    Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung

    Dieses Jahr wurde der kroatisch-bosnische Schriftsteller Miljenko Jergović für „Das verrückte Herz. Sarajevo Marlboro Remastered“ (Ü: Brigitte Döbert, Suhrkamp) mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Die Laudatio hielt die serbisch-österreichische Schriftstellerin Barbi Marković. Im Rahmen der Eröffnung im Gewandhaus zu Leipzig sprachen zuvor Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Sebastian Guggolz, der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sowie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Ihre Redebeiträge hätten gezeigt, dass die Leipziger Buchmesse genau der richtige Ort ist, um wichtige kulturpolitische Debatten zu führen und gegensätzlichen Standpunkten Raum zu geben, so die Messe.

    „Donau – Unter Strom und zwischen Welten“, das Fokusthema

    Mit über 50 Autor:innen und 87 Veranstaltungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, davon 33 auf der Donau-Bühne, hat die Leipziger Buchmesse 2026 die Literatur des Donauraums ins Scheinwerferlicht gerückt. Was literarisch, historisch und gesellschaftspolitisch links und rechts von der Donau geschieht und ihre Ambivalenz, verbindendes und trennendes Element gleichzeitig zu sein, wurde für die Besucher:innen bei den Lesungen, Gesprächen und Präsentationen erlebbar.

    Bei zahlreichen Veranstaltungen konnten außerdem die Debüt-Autor:innen zeigen, welches Potenzial in ihnen steckt.

    Das diesjährige Motto „Wo Geschichten uns verbinden“ wurde für die Teilnehmenden von Europas größtem Lesefestival Leipzig liest an den unterschiedlichsten Orten erlebbar. In Kirchen, Galerien, Museen und Buchhandlungen, aber auch in Kneipen, Augenarztpraxen, Apotheken, auf dem Südfriedhof, im Landgericht oder im Leipziger Zoo sowie an vielen weiteren Plätzen in der Stadt wurde Literatur in all ihren Spielarten gelesen, genossen und gefeiert.

    Die Manga Comic Con

    Erneut habe die Manga Comic Con gezeigt, wie viel Energie, Kreativität und Fantreue in der Community steckt. Unzählige Cosplayer:innen schmückten mit ihren aufwendigen Kostümen und Accessoires die Hallen und wetteiferten bei Cosplay-Wettbewerben um die begehrten Auszeichnungen. Erstmalig wurde in diesem Jahr der Tancho Award als neuer Preis für deutschsprachige Mangaka verliehen.

    Das Fachprogramm Fokus Bildung zog Pädagog:innen aus dem ganzen Land zum Netzwerken und Weiterbilden an. Viele Schulklassen und Familien nutzten die Angebote für junge Leser:innen, und im neuen Experimentierraums piks nahmen zahlreiche Kinder an den Workshops und anderen Formaten teil, die Sachbuchthemen spielerisch erlebbar machten.

    In der weiter gewachsenen Audiowelt trafen sich Fans von Hörbüchern, Hörspielen, Podcasts und Streamingangeboten und ließen sich von Bestsellerautor:innen wie Daniel Speck, Dora Heldt oder D.C. Odesza unterhalten, genossen Live-Podcastsendungen und testeten neue Hörbücher in der Audiolounge.

    Unter dem Motto „Geschichten aus der Zukunft“ teilten im Forum Mensch und KI Expert:innen, Autor:innen, Künstler:innen, Journalist:innen, Wissenschaftler:innen und Politiker:innen ihr Wissen und ihre Erfahrungen rund um Künstliche Intelligenz mit dem Publikum in vielen interaktiven Formaten.

    Frisch aus der Taufe gehoben wurde das kuratierte Branchenformat „NEW VOICES“. Die Mitteldeutsche Medienförderung und die Leipziger Buchmesse setzen sich mit dieser Initiative für eine engere und frühere Verzahnung zwischen Buch und Film, Debüt- bzw. Jung-Autor:innen und Produzent:innen ein.

    Die nächste Leipziger Buchmesse findet vom 18. bis 21. März 2027 statt.

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