
Der Medienkonzern Bertelsmann erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Konzernumsatz von 19,0 Mrd. Euro. Der Umsatz des internationalen Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmens hat sich damit seit dem Jahr 2011 und unter Berücksichtigung aller abgegebenen Geschäfte nahezu verdoppelt, teilt das Unternehmen mit.
Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, sagt: „Wir blicken auf ein solides Geschäftsjahr 2025 zurück, in dem sich unsere breite geschäftliche und geografische Aufstellung in einem herausfordernden Umfeld erneut bewährt hat. Das operative Ergebnis lag mit 3 Milliarden Euro auf dem hohen Vorjahresniveau, vor Wechselkurseffekten und Portfolioeffekten wie dem Verkauf von RTL Nederland leicht darüber. Das Konzernergebnis lag zum 11. Mal in Folge über 1 Milliarde Euro. Unsere Investitionstätigkeit ist ungebrochen – die wirtschaftlichen Investitionen beliefen sich auf über 2 Milliarden Euro.“
Thomas Rabe weiter: „Mit dem angekündigten Kauf von Sky Deutschland läge der Konzernumsatz von Bertelsmann bei ganzjährigem Einbezug im laufenden Geschäftsjahr 2026 bei rund 21 Milliarden Euro.“
Die Kennzahlen im Detail:
- Der Konzernumsatz von Bertelsmann betrug 19,0 Mrd. Euro (Vorjahr: 19,0 Mrd. Euro). Bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte stiegt der Umsatz um 0,4 Mrd. Euro. Das organische Wachstum betrug 1,9 Prozent.
- Das Operating EBITDA adjusted lag mit 3,0 Mrd. Euro auf dem hohen Vorjahresniveau (Vorjahr: 3,1 Mrd. Euro). Bereinigt um Portfolioeffekte wie den Verkauf von RTL Nederland sowie um die Belastung durch Wechselkurseffekte lag das Ergebnis leicht über Vorjahr.
- Das Konzernergebnis betrug 1,0 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,0 Mrd. Euro) und lag damit zum 11. Mal in Folge über 1 Mrd. Euro.
- Das Eigenkapital von Bertelsmann lag bei 15,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 15,6 Mrd. Euro). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 49 Prozent (Vorjahr: 47 Prozent).
- Die wirtschaftlichen Investitionen erreichten abermals den hohen Vorjahreswert von 2,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,1 Mrd. Euro).
- Der Umsatz von Penguin Random House lag 2025 bei 4.981 Mio. Euro (2024: 4.917), das Operating EBITDA adjusted bei 704 Mio. Euro (2024: 739).
Bertelsmann sei auch im Jahr 2025 beim Ausbau seiner strategischen Wachstumsprioritäten – Nationale Media-Champions, Globale Inhalte, Globale Dienstleistungen, Bildung und Beteiligungen – gut vorangekommen.
„Nationale Media-Champions“
Bei den nationalen Media-Champions setzte die RTL Group ihr dynamisches Wachstum im Streaming-Geschäft fort. Die Summe der zahlenden Abonnent:innen der drei Dienste stieg im Berichtszeitraum um 19,2 Prozent auf zusammen 8,06 Mio. (Vorjahr: 6,76 Mio.); der Streaming-Umsatz wuchs um 26,2 Prozent auf 509 Mio. Euro (Vorjahr: 403 Mio. Euro). Die Partnerschaft von RTL Deutschland mit der Deutschen Telekom wurde bis mindestens 2030 verlängert, die Partnerschaft mit Warner Bros. Discovery wurde vertieft, und eine Partnerschaft mit Amazon zur Bereitstellung von RTL+ als Zusatzkanal bei Prime Video in Deutschland und Österreich gestartet. Die RTL Group schloss den Verkauf von RTL Nederland an DPG Media ab und kündigte die Übernahme von Sky Deutschland (DACH) an, die nach regulatorischer Freigabe im ersten Halbjahr 2026 vollzogen werden soll.
Globale Inhalte
Fremantle investierte in die Entwicklung eigener Formate, den Erwerb von IP-Rechten sowie in den Einsatz Künstlicher Intelligenz und erhielt insgesamt 145 Auszeichnungen für seine Produktionen. Penguin Random House erzielte Bestsellererfolge mit Titeln wie „The Secret of Secrets“ von Dan Brown und landete 496 Mal auf der Bestsellerliste der New York Times, davon 76 Mal auf dem ersten Platz. BMG tätigte 30 Katalogerwerbe und die bislang größte Katalogakquisition mit dem Erwerb von Musikrechten des Country-Stars Jason Aldean. Darüber hinaus schloss BMG einen mehrjährigen Lizenzvertrag mit Spotify.
Globale Dienstleistungen
Arvato stärkte seine Position in den USA durch den Einstieg in die Fashion-Logistik und Distributionscenterlogistik sowie den Ausbau der Beauty- und Lifestyle-Logistik. Riverty implementierte eine KI-gestützte Kundenservice-Plattform und führte neue Payment-Lösungen ein. Der IT-Dienstleister Arvato Systems stärkte seine Position als „führender Anbieter souveräner IT-Lösungen für regulierte Märkte“ durch den operativen Betrieb der souveränen Delos Cloud.
Bildung
Die brasilianische Hochschulgruppe Afya erhöhte die Zahl der Medizinstudierenden durch die Übernahme von Faculdade Masterclass Ltda und stärkte zugleich ihre Präsenz im Großraum Belo Horizonte. Aktuell sind rund 26.000 Medizinstudierende an Hochschulen von Afya eingeschrieben. Relias profitierte weiterhin von der Verlagerung hin zum Onlinelernen und der steigenden Nachfrage nach Workforce- und Compliance-Management-Lösungen und baute seine Plattform für Fort- und Weiterbildung und Compliance im Gesundheitswesen aus. Die Alliant International University verzeichnete steigende Studierendenzahlen in den Bereichen mentale Gesundheit und Krankenpflege und erweiterte ihr Programmangebot.
Beteiligungen
Bertelsmann Investments (BI) tätigte 51 Neu- und 23 Folgeinvestitionen. Ende des Jahres 2025 hielt BI über seine internationalen Fonds insgesamt 307 Beteiligungen. Im Jahr 2025 stellte BI seine Venture-Capital-Aktivitäten neu auf und erweiterte sein Portfolio neben Bertelsmann Asia Investments (BAI) und Bertelsmann India Investments (BII) um zwei Fonds in den Bereichen Künstliche Intelligenz (Futurepresent) sowie Health Tech (Bertelsmann Healthcare Investments). Der Wachstumsbereich Bertelsmann Next baute das Mobile-Ad-Tech-Geschäft von Applike weiter aus. In Indien erfolgte die Mehrheitsübernahme des Logistikunternehmens LetsTransport. Zudem gründete BI die Pharma-Tech-Holding cormeo und übernahm das Unternehmen Docuvera, das sich auf KI-gestützte strukturierte Inhaltserstellung spezialisiert hat.
Anfang des Jahres 2024 erweiterte Bertelsmann seine Konzernstrategie und treibt seitdem das Wachstum in zwei Programmen voran. Das erste Programm, „Boost“, startete Bertelsmann bereits 2021 mit dem Ziel, die Wachstumsdynamik der Geschäfte weiter zu steigern.
Thomas Rabe sagt dazu: „Seit 2021 haben wir bereits 7 Milliarden Euro in unsere Boost-Strategie investiert, davon allein 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das organische Wachstum unserer Boost-Geschäfte lag 2025 bei 3,9 Prozent. Bis Ende 2026 werden wir etwa 8 Milliarden Euro in Boost investiert haben.“
Das zweite Programm, „Boost+“, umfasst „Next“, „Regional Boost“ und „Breakout“. Ziel von „Next“ ist der Aufbau neuer Geschäftsbereiche mit einem langfristigen Umsatzpotenzial von etwa einer Milliarde Euro, von „Regional Boost“ der Auf- und Ausbau von Geschäften in wachstumsstarken Regionen, wie etwa Indien und Lateinamerika, sowie von „Breakout“ der Zusammenschluss von bestehenden Geschäften mit anderen Unternehmen.
Rolf Hellermann, Finanzvorstand von Bertelsmann, sagt: „Unter Berücksichtigung der konjunkturellen Erwartungen rechnet Bertelsmann für das Geschäftsjahr 2026 mit einer insgesamt stabilen Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Für unsere fortgeführten Geschäfte rechnen wir mit einem Umsatz- und Ergebniswachstum.“
Die Mitarbeitenden von Bertelsmann erhalten für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 Gewinn- und Erfolgsbeteiligungen in Höhe von insgesamt 50 Mio. Euro (Vorjahr: 63 Mio. Euro).
Für den Bertelsmann Genussschein 2001 (ISIN DE0005229942) werden voraussichtlich am 6. Mai 2026 gemäß den Genussscheinbedingungen erneut 15 Prozent auf den Grundbetrag ausgeschüttet. Die Ausschüttung für den Genussschein 1992 (ISIN DE0005229900) wird bei 6,01 Prozent (Vorjahr: 5,53 Prozent) liegen.
Weitere Eckwerte im Überblick:
- Die Sondereinflüsse im Geschäftsjahr 2025 betrugen 66 Mio. Euro (Vorjahr: -277 Mio. Euro).
- Der Leverage Factor lag im Berichtszeitraum mit 2,0 (Vorjahr: 2,0) weiterhin deutlich unterhalb des Maximalwerts von 2,5.
- Der Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit lag bei 2,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,2 Mrd. Euro).
- Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2025 belief sich auf 31,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 33,0 Mrd. Euro). Die liquiden Mittel lagen bei 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,2 Mrd. Euro).
- Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 beschäftigte der Konzern weltweit 76.965 Mitarbeitende (Vorjahr: 74.607).