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Die Darmstädter Jury hat entschieden: Gerhard Falkners „Schorfheide. Gedichte en plein air“ ist Buch des Monats Mai

Die Darmstädter Jury „Buch des Monats e.V.“  hat den neuen Gedichtband von Gerhard Falkner Schorfheide. Gedichte en plein air zum Buch des Monats Mai gewählt. Das Buch erscheint am Donnerstag, 2. Mai im Berlin Verlag. Die Jury, die sich aus Peter Benz, Michael Braun, Oliver Jungen, Hanne F. Juritz, Adrienne Schneider, Dr. Wilfried F. Schoeller, Dr. Tilman Spreckelsen, Dr. Gerhard Stadelmaier, Dr. Hajo Steinert und Wolfgang Werth zusammensetzt, begründet ihre Entscheidung wie folgt:

In einem fulminanten „Bekennerschreiben“ hat der Schriftsteller Gerhard Falkner vor einiger Zeit gefordert, das Naturgedicht auf neue Fundamente zu stellen. Ausgangspunkt seines neuen Gedichtbands Schorfheide ist die Beobachtung, dass die Dichter im digitalen Zeitalter „nicht mehr zwischen einer Hecke und einem Drahtzaun unterscheiden“ können und stattdessen in jeder freien Minute unentwegt auf ein Handy oder ein anderes Display starren. Dagegen setzt Falkner die emphatische Verknüpfung des auratischen Naturschönen mit den Fachsprachen der Linguistik, der Informationstheorie und der Gewässerkunde. Der naturhistorische Stoffgrund dieser Gedichte ist die Schorfheide, die großen, von Seen, Mooren und Feuchtbiotopen durchzogenen Waldgebiete im nördlichen Brandenburg, die einst als Jagdrevier dem preußischen Königshaus und zuletzt der politischen Elite der DDR vorbehalten waren. In Anknüpfung an Friedrich Schlegels romantische Naturphilosophie und unter Rekurs auf Paul Celans „Meridian“-Rede arbeitet Falkner in Schorfheide an neuen Formen der poetischen Topografierung dieser Landschaften. So entstehen aufregende, zwischen Naturmagie, Sprach- und Geschichtsreflexion oszillierende Gedichte „unterm Freilichthimmel“ und „ohne Netzabdeckung“, die neue „Kritische Wälder“ erschaffen. Auch der alte ästhetische Topos des „Erhabenen“ kommt hier zu seinem Recht: „Als wir das andere Ufer erreichen, gelingen uns endlich/ Schritte durch einen fußnotenfreien Raum“.

 

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