Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
![]()
Literatur und Sachbuch
- „Abstand halten hat schon damals geholfen“: Zivilisationsbrüche,Kontaktverbote und die Sehnsucht nach dem starken Mann: Volker Reinhardt entwirft ein Panorama der Großen Pest in Europa./Volker Reinhardt: Die Macht der Seuche. Wie die Große Pest die Welt veränderte, C. H. Beck Verlag
- „Die Manager auf der Anklagebank“: Des Teufels Chemiker: Stephan H. Lindner rekonstruiert einen besonders umstrittenen Nürnberger Nachfolgeprozess./Stephan H. Lindner: Aufrüstung – Ausbeutung – Auschwitz. Eine Geschichte des I.G.-Farben-Prozesses, Wallstein Verlag
- „Die Welt ist nicht gegeben“: Rasmus Winther verknüpft überzeugend Kartographie und Wissenschaftsphilosophie./Rasmus Grønfeldt Winter: When Maps Become the World, The University of Chicago Press
![]()
- „Me Too“ im Fantasyland: Dylan Farrows Romandebüt. „Hush erscheint auf Deutsch in einer schönen Übersetzung von Alexandra Ernst, ein zweiter Teil ist schon in Arbeit. Es ist das erste Buch der Autorin Dylan Farrow. Eine erhöhte Aufmerksamkeit war ihr gewiss. Sie ist die Adoptivtochter von Mia Farrow und Woody Allen. Die Farrows werfen Allen vor, er habe sie 1992 als Kind sexuell missbraucht. Der Regisseur bestreitet die Vorwürfe. Der Roman handelt nicht von sexuellem Missbrauch. Es gibt allerdings ein Grundthema, das sich sehr wohl aus Farrows eigenem Erfahrungsschatz speist. Ihrer Heldin wird immer wieder vorgehalten, dass sie nicht unterscheiden könne zwischen Hirngespinst und Realität, bis sie ihrer eigenen Wahrnehmung misstraut. Die Barden können Räume zaubern, die gar nicht existieren.“/ Dylan Farrow: Hush (Loewe)
- „Vorbei ist nicht vorbei“: Ein paar Heimatlose und Trunkenbolde auf einem britischen Dampfschiff unter schweren Wettern: Das ist die Lebensmetapher von Mirko Bonnés Roman. /Mirko Bonné: Seeland Schneeland (Schöffling)
![]()
- „Der ideale Wegweiser“: Hans Ulrich Gumbrechts Buch über den herrlich vollständigen Denis Diderot. „Es war übrigens niemand Geringeres als Alfred Brendel, der den letzten Anstoß zu diesem Buch gab. Aus Ehrfurcht vor dem großen Vorbild will Gumbrecht bislang davor zurückgescheut haben, es tatsächlich zu schreiben. Bei einer bestimmten Gelegenheit hat der Pianist dem Autor das Kompliment gemacht, er sehe Diderot doch verblüffend ähnlich. Das war sicher sehr beflügelnd für ihn.“/Hans Ulrich Gumbrecht: Prosa der Welt. Denis Diderot und die Peripherie der Aufklärung, Suhrkamp
- „Ich nehme ernst, dass es um Leben und Tod geht“: Der Schriftsteller Friedrich Ani über unterschiedliche Arten von Kriminalromanen, über seine Figuren und wie sie ihm manchmal zu diktieren scheinen, was er zu schreiben hat.
Jüngst erschienen sind die Balladen Die Raben von Ninive (Suhrkamp). Im Mai kommt der nächste Krimi heraus.