Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Was man summt, das ist man selber“: Krach macht wach: Der wilde Band Marie Käferchen von Kai Lüftner und Wiebke Rauers ist Musik in Wort und Bild. „Es geht bei „Mariechen“ eher um Bilder als um Bildung. Eine Moral hat das Ganze zwar, und die ist auch deutlich genug aufgezeigt: Allein lärmen macht einsam, gemeinsam lärmen macht froh. Aber besonders lehrhaft wird das nicht vermittelt, ein kulturtragender Anspruch scheint nicht vorhanden (…)“
Kai Lüftner, Wiebke Rauers, Marie Käferchen (NordSüd Verlag)
„Kahle Väter, coole Karten“: Haarig: Jörg Mühle schreibt und zeichnet in seinem neuen Kinderbuch, wie ein Vater seine Haare verliert. „Die Verbindung der überaus kuriosen Geschichte der Haare, die ihren Besitzer verlassen, mit dem Ton eines wie sachlich erzählenden Kindes ist ein Kunstgriff mit Wirkung, dem man die ein oder andere spielerische Spirale zu viel verzeiht.“
Jörg Mühle, Als Papas Haare Ferien machten (Moritz Verlag)
„Es ist eine von uns!“: Als Ameise macht der Mistkäfer Jonny keine gute Figur. Im Kinderbuch Brummps schickt Dita Zipfel einen tapferen Helden in die Wildnis – und zu sich selbst. „Mühelos und mitreißend wechselt Dita Zipfel von ergreifenden zu verquatschten, von stimmungsvollen zu atemberaubend rasanten Szenen, sie nimmt sich Erklärungen über den Wald und das Leben an sich heraus, und man hängt auch beim Lesen förmlich an ihren Lippen. Heißt umgekehrt: Wer immer dieses Buch vorlesen möchte, tut gut daran, es zuvor einmal für sich gelesen zu haben. Für all die Stimmen und Stimmungen und Schlenker und Schwünge. Auf einmal mehr oder weniger kommt es auch nicht an. Es wird nämlich noch viel vorgelesen werden. Versprochen.“
Dita Zipfel, Bea Davies, Brummps. Sie nannten ihn Ameise (Hanser Verlag)
„Moosfeen haben es vor Gericht schwer“: Mit Der Fluch der Aurelia setzt Cornelia Funke ihren Drachenreiter fort. „Cornelia Funke ist eine phantastische Erzählerin magischer Welten, daran gibt es auch nach diesem Buch keinen Zweifel. In Der Fluch der Aurelia reicht ihr das aber nicht mehr. Sie will auch eine Meisterin von Geschichten sein, die politische Interpretation zulassen. Sie will auch über die Welt schreiben, die uns allen ohne Phantasie zugänglich ist.“
Cornelia Funke, Drachenreiter. Der Fluch der Aurelia (Dressler Verlag)
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„Minister mit grüner Mission“: Anderes Thema, gleicher Sound: Karl Lauterbach gibt die Klima-Kassandra. In seinem neuen Buch lenkt er den Blick auf die Anstrengungen zur Rettung der Welt, die Pandemie spielt nur eine Nebenrolle. „Lauterbach bringt in diesem Buch, an dem der Biologe und Autor Lothar Frenz mitgearbeitet hat, keine neuen Erkenntnisse. Was das Buch aber besonders macht, sind die Querverbindungen zwischen Wissenschaft und Politik.“
Karl Lauterbach, Bevor es zu spät ist.v Was uns droht, wenn die Politik nicht mit der Wissenschaft Schritt hält (Rowohlt)
„Plaudern für Fortgeschrittene“: Gregor Gysi erzählt aus dem Leben von Gregor Gysi. „Zweifellos gibt es wenige Abgeordnete des Deutschen Bundestags, die unterhaltsamer vor sich hin plaudern können als dieser politische Entertainer. Gysi aber ist vor allem ein Meister des gesprochenen Wortes. Der Schreiber in ihm kann mit dem Redner selten mithalten.“
Gregor Gysi, Was Politiker nicht sagen … weil es um Mehrheiten und nicht um Wahrheiten geht. Ein Blick hinter die Kulissen des Politikbetriebs (Econ-Verlag)
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„‚Putin ist ein imperialer Opportunist'“: Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler im Gespräch über russische Phantomschmerzen und die Unehrlichkeit des Westens im Umgang mit der Ukraine.
Herfried Münkler, Marx – Wagner – Nietzsche (Rowohlt Berlin)
„Süß schmeckt, was den Frost überlebt hat“: Simone Lapperts erster Lyrikband heißt längst fällige verwilderung und legt einen brodelnden Untergrund frei. „Natürlich geht es hier nicht nur um Begriffe, sondern existenziell um Erfahrungen, deren Erwerb aus dem Umgang mit Widerständen resultiert. An ihnen zu reifen, dazu lädt diese Lyrik ein, mit Lebensklugheit und poetischem Temperament.“
Simone Lappert, längst fällige verwilderung. gedichte und gespinste (Diogenes)