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Umgeblättert heute: „Karl Schlögels ‚Entscheidung in Kiew‘ ist das Buch der Stunde. Leider.“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Der Traum von einer sauberen Welt“: Und wenn die Sonne nicht scheint und kein Wind weht? Christoph Podewils erklärt, wie Deutschland zur klimafreundlichen Industrienation werden könnte. „Schließlich hätte weniger Polemik, wie sie in der Klima- und Energiediskussionen leider verbreitet ist, dem Buch gutgetan.“
Christoph Podewils, Deutschland unter Strom. Unsere Antwort auf die Klimakrise (C.H. Beck)

„Die bündnisfähige Mitwisserin“: Wie poetische Sprache Er­kenntnis hervorbringen kann: Gisela von Wysockis neuer Prosaband Der hingestreckte Sommer. „Da zeigt also eine, wie sich mit der Sprache zurechtkommen lässt, ohne sie ihres Zaubers zu berauben: wie sich Zwischenräume offenhalten lassen, in denen Wirklichkeit Platz finden, vielleicht sogar Wahrheit aufblitzen kann.“
Gisela von Wysocki, Der hingestreckte Sommer (Suhrkamp)

„Der Mann, der seine Figuren abgöttisch liebt“: Es gibt keinen John-Irving-Ton, aber ein John-Irving-Gefühl: Zum achtzigsten Geburtstag des amerikanischen Schriftstellers. „Angekündigt ist nun für den kommenden Herbst in Amerika je­doch The Last Chairlift. Wie passend, möchte man befürchten, für einen Mann, der heute achtzig Jahre alt wird. Aber was bei Irving draufsteht, war noch nie besonders wichtig.“

„‚Die Stimme von Schalke 04 hat auch Gewicht'“: Schriftstellerinnen und Schriftsteller verurteilen in einem offenen Brief des internationalen PEN den Krieg in der Ukraine. Was bewirken solche Erklärungen, und was heißt: Jemandes Worte haben Gewicht? Fragen an Deniz Yücel. „Ich glaube, es ist das falsche Herangehen, wenn man einzelne Aktionen betrachtet und man fragt: Was hat eine Demonstration in Köln gebracht, in Lissabon, in Toronto? Wenn man so rangeht, ist die Antwort immer: nichts. Aber ich halte nicht nur alle praktische Hilfe für sinnvoll, sondern auch symbolische Aktionen wie Demonstrationen, Lesungen oder offene Briefe bringen etwas – in der Menge vieler einzelner Aktionen.“

„Der Alltag in Zelle Nr. 3“: In Russland braucht es Mut, um auf die Straße zu gehen? Kira Jarmysch erzählt in Dafuq, was die Folgen sein können. „Jarmyschs Buch ist keine grimmige, politisch engagierte Geschichte, ist sehr gelassen und fast heiter, ein diskreter kleiner Schelmenroman.“
Kira Jarmysch, Dafuq (aus dem Russischen von Olaf Kühnl; Rowohlt Berlin)

 

„Die Chronik eines angekündigten Todes“: Ein 2015 herausgekommener Titel von Karl Schlögel ist nun das Buch der Stunde. Leider. „Karl Schlögels Entscheidung in Kiew ist das Buch der Stunde. Der erste Satz lautet: ‚Wir wissen nicht, wie der Kampf in der Ukraine ausgehen wird; ob sie sich gegen die russische Aggression behaupten oder ob sie in die Knie gehen wird; ob die Europäer, der Westen, sie verteidigen oder sie preisgeben wird, ob die Europäische Union zusammenhalten oder auseinanderfallen wird.‘ Das ist leider wahr. Schrecklich aber ist: das Buch ist fast sieben Jahre alt.“

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