
Heute in der Süddeutschen Zeitung ein Interview mit dem neuen Thalia-Chef Ingo Kretzschmar, das Dieter Sürig geführt hat. Der erinnert daran: „Ingo Kretzschmar führt die Hagener Buchhandelskette seit Juni dieses Jahres. Vorgänger Michael Busch, 58, ist nun Sprecher der Gesellschafter, er hatte Thalia in 28 Jahren zum größten Buchhändler Deutschlands mit 370 Läden ausgebaut.“
Ingo Kretzschmar wird deutlich, wo die neuen Themen für Thalia (derzeitiger Marktanteil laut SZ bei 22 %) liegen „Wir stehen hinter der Buchpreisbindung, sie ist ein wichtiges Gut, das die Vielfalt sicherstellt und die Innovationsfähigkeit erhalten kann. Gerade deshalb ist es wichtig, der Realität ins Auge zu schauen: Alles wird teurer, nur die Preise für Bücher bleiben nahezu konstant. Das funktioniert spätestens jetzt in der Zeit von hoher Inflation nicht mehr, jeder Buchhändler muss ein vernünftiges Auskommen haben. Deswegen ist für uns das Modell eines festen Mindestpreises erstrebenswert, wie es in Österreich übrigens seit 20 Jahren problemlos und unaufgeregt funktioniert.
Also Mindestpreis statt Buchpreisbindung?
Es geht es hier nicht um entweder oder, sondern um sowohl als auch. Das bedeutet im Rahmen des bestehenden Preisbindungsgesetzes, den Fixpreis durch einen festen Mindestpreis zu ersetzen. Wir brauchen die Möglichkeit für besondere Leistungen, beispielsweise für das Vorhalten von Büchern, die vielleicht einmal im Jahr verkauft werden, höhere Preise zu verlangen. Auch wir zahlen stark steigende Mieten und Gehälter, haben extrem hohe Energiekosten. Einen Teil der Kosten müssen wir an die Kunden weitergeben können. Dazu brauchen wir eine zeitgemäß modernisierte Buchpreisbindung und werden diese Diskussion führen. Wir können da nur gemeinsam als Branche auftreten.“