Home > Bücher in den Medien > Umgeblättert heute: „Ein im besten Sinne plakatives Buch“

Umgeblättert heute: „Ein im besten Sinne plakatives Buch“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Mit Tschechow lernen, das Leid zu lieben“: Zeit der Angst, Zeit der Freude? Gary Shteyngarts amerikanischer Gesellschaftsroman Landpartie fragt, was uns die Pandemie gewesen sein wird. „Der Roman entwickelt keine geschlossene Erzählung, sondern schildert ein Sozialexperiment in vielfältigsten Episoden. Sein Witz besteht darin, ausgerechnet solche Charaktere zusammenzuführen, die sich normalerweise als superindividuell und komplett autonom begreifen, aber von nun an irgendwie miteinander auskommen müssen.“

  • Gary Shteyngart, Landpartie. Roman. (aus dem Amerikanischen von Nikolaus Stingl; Penguin Verlag)

„Baumelnder Schweinefötus und verzweifelter Indianer“: Eine Keimzelle zum Werk: Thomas Pynchons Erzählung Sterblichkeit und Erbarmen in Wien, nun erstmals auf Deutsch als eigenes Buch. „Thomas Pynchon hat die Erzählung zuerst 1959, im Alter von 22 Jahren, in der Zeitschrift ‚Epoch‘ veröffentlicht. In den Sammelband „Spätzünder“, der seine frühen Erzählungen enthält, hat er ihn nicht aufgenommen. Die deutsche Übersetzung von Jürg Laederach erschien erstmals 1983 in der Zeitschrift ‚manuskripte‘.“

  • Thomas Pynchon, Sterblichkeit und Erbarmen in Wien (deutsch von Jürg Laederach, Nachwort von Clemens Setz; Jung und Jung)

„Balkanische Kakerlaken“: Sie können niemals auseinandergehen, dabei würden sie so gerne: Lidija Dimkovska erzählt in Reserveleben von siamesischen Zwillingsmädchen in Mazedonien. „Die Kunst von Reserveleben – bereits 2012 im Original erschienen und von Alexander Sitzmann sauber übersetzt – liegt darin, dass die Geschichte ganz kunstlos erzählt wird: Sie handelt vom Aufwachsen zweier Mädchen in Mazedonien, die zufällig siamesische Zwillinge sind.“

  • Lidija Dimkovska, Reserveleben. Roman. (aus dem Mazedonischen von Alexander Sitzmann; Drava Verlag)

„Die Sache mit den Gedankenstrichen“: Das kann wohl doch sein, er wird es tatsächlich tun: Lukas Maisel überzeugt mit Tanners Ende, seinem zweiten Roman, den er in der heimatlichen Schweiz ansiedelt. „Lukas Maisel, 1987 in Zürich geboren, ist mit dieser Erzählung ein feinsinniges Porträt – mal hart und kantig, mal liebevoll und sensibel – bäuerlichen Lebens in unsicheren Zeiten gelungen.“

  • Lukas Maisel, Tanners Erde. Novelle. (Rowohlt Verlag)

„Jahrhundert der vertanen Chancen“: Kann Missbrauch gewesen sein, was ein Jugendlicher für eine Liebesaffäre hielt? Ian McEwan erzählt eine Lebensgeschichte, die zu komplex ist für schnelle Antworten. „McEwan erzählt, wie häufig, auf zwei Ebenen, eine führt in die Gegenwart, die andere zurück ins Internat, zur stillen Trübsal von Rolands Mutter, der mit seinem Abschied auch ihr viertes Kind entzogen wird. Und er erzählt es meisterlich.“

  • Ian McEwan, Lektionen. (aus dem Englischen von Bernhard Robben; Diogenes)

„Wie man einen Herrn mit Verhältnis grüßt“: Der jüdisch-deutsche Karikaturist und Autor Edmund Edel schuf mit Berlin W einen Bestseller und ein unsterbliches Album der besseren Gesellschaft. „Nach diesem Debüt hat Edmund Edel noch sehr viel anderes geschrieben. Sein „Berlin W.“ taucht mit jedem Modernisierungsschub wieder auf. Nun hat sich Björn Weyand, Autor einer instruktiven Studie zur ‚Poetik der Ware‘, vorgenommen, das schriftstellerische Werk Edels in größerem Umfang wieder zugänglich zu machen, darunter Romane wie Der Snob (1907), Das Glashaus oder Der Filmgott (1920). Diese Neuausgabe hat er mit einem lesenswerten Nachwort und einem nützlichen Glossar versehen und ihr, zum Glück, die Vignetten des Originals belassen. Berlin W. ist ein im besten Sinne plakatives Buch.“

  • Edmund Edel, Berlin W. Ein paar Kapitel von der Oberfläche. (herausgegeben von Björn Weyand; Quintus Verlag)

„Mit Jarvis Cocker den Dachboden aufräumen“: Tja, was ist Wahrheit? Der Kopf der Band Pulp bietet das rare Vergnügen einer intelligenten Musikerautobiografie. „Good Pop, Bad Pop wird so zu einer atmosphärisch dichten und trotzdem melancholisch-ironischen Beschreibung, wie sich die Band Pulp im Sheffield der Thatcherjahre zu einer kleinen Lokalgröße entwickelte. Aber vor allem ist es endlich eine intelligente Musikerautobiografie, die nicht so tut, als sei sie ein felsblockartiges Authentizitätsmassiv, oder noch schlimmer: eine grässliche Punkselbstfiktionalisierung, die daherkommt, als sei sie ein Beatnikroman.“

  • Jarvis Cocker, Good Pop, Bad Pop. Die Dinge meines Lebens. (a. d. Engl. v. Herzke/Fricke; Kiepenheuer & Witsch)
Anzeige
Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige