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Umgeblättert heute: Ed Yong eröffnet eine neue Welt

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Raffiniertes Gezüngel“: Von Wahrnehmungen, die uns fehlen: Ed Yong führt durch die Sinneswelten von Tieren und ihre Erforschung. „… der amerikanische Wissenschaftsautor Ed Yong schafft es, selbst naturkundlich beschlagenen Lesern eine neue Welt zu eröffnen. Er stellt elf verschiedene Sinne vor – vom Sehsinn über das Gespür für Vibrationen, Schmerz und Wärme bis hin zur Wahrnehmung elektrischer Felder –, die teils mehrfach in der Evolution bei verschiedensten Tiergruppen entstanden sind und von denen der eine oder andere dem Menschen vollständig fehlt.“

  • Ed Yong, Die erstaunlichen Sinne der Tiere. Erkundungen einer unermesslichen Welt. (aus dem Englischen von S.Vogel; Kunstmann Verlag)

„Der Lügendetektor ist gar nicht so schlecht“: Frederick Schauer sieht sich an, wie Beweise und Tatsachen bei Gericht, aber auch in Gesellschaft, Politik und Wissenschaft aussehen. „Wer die Beschäftigung mit Beweisfragen für eine langweilige Angelegenheit hält, den kann Frederick Schauers Buch vom Gegenteil überzeugen. Der langjährige Harvard-Professor erkundet in dreizehn Kapiteln die unterschiedlichen Arten von Beweisen und Beweismaßen, die Rolle der Experten vor Gericht und in der Öffentlichkeit, den Stellenwert der Wissenschaft und Forensik, die manipulative Kraft des Wunschdenkens.“

  • Frederick Schauer, The Proof. Uses of Evidence in Law, Politics, and Everything Else. (Harvard University Press)

„Hellwach im widerspenstigen Paradies“: Geschrieben 1935 im französischen Exil und nun erstmals überhaupt als Buch: Der letzte Roman des großen Kunstkritikers Julius Meier-Graefe. „Es ist ein großes Verdienst des kleinen Berlinica-Verlages, diesen noch nie in Buchform zugänglichen Roman erstmals zu publizieren. (…) So ist das Schlusskapitel des Buches gleichzeitig das beste und persönlichste, durchdrungen von der Todesahnung eines wortgewaltigen Augenmenschen. Er suchte nach Schönheit, auch in dunkler Zeit, als ein Mittel, um geistige Freiheit zu behaupten.“

  • Julius Meier-Graefe, Der Kampf um das Schloss. Roman aus dem Südfrankreich der dreißiger Jahre. (Nachwort von Stephanie Marchal; Berlinica-Verlag)

„Identitätsaußenpolitik“: Ein wohltuend nüchternes Plädoyer dafür, der Welt sein wahres Ich zu zeigen: Die Memoiren der Whistleblowerin Chelsea Manning. „Es sind die schrägen Bilder des Krieges, die hängen bleiben: wie Manning im Irak jeden Abend von ihrem Wohncontainer zu einer als Sicherheitsbereich umfunktionierten ehemaligen Basketballhalle geht, auf einem Matschweg, ‚vorbei an einem riesigen, unablässig dröhnenden Stromgenerator und mehreren MRAPs, minensicheren Transportern, die uns überragten wie die Kampfläufer auf Tatooine‘, in einen schwach beleuchteten, fensterlosen, mit Kabeln vollgestopften Raum – das Herz der Finsternis des 21. Jahrhunderts. Nur echt mit ‚Star Wars‘-Referenz.“
  • Chelsea Manning, README.txt – Meine Geschichte. (aus dem Englischen von Kathrin Harlaß, Enrico Heinemann, Anne Emmert; HarperCollins)

„Unerwünschte Wunschkinder“: Lakonische Abrechnung mit einer typischen westdeutschen Nachkriegskindheit: Andreas Fischers Roman Die Königin von Troisdorf. „Andreas Fischer rechnet in seinem Roman Die Königin von Troisdorf 473 Seiten lang lakonisch ab mit einer typischen westdeutschen Nachkriegskindheit im deutschen Westen. Es geht um das Verwirrspiel aus abweisender Strenge, emotionaler Vernachlässigung und erratischen Ausbrüchen von Zuneigung, die die ganze elterliche Selbstverkapselung für ihn nur noch unbegreifbarer machen.“

  • Andreas Fischer, Die Königin von Troisdorf – Wie der Endsieg ausblieb. (Eschen 4 Verlag)

 

„Aus Wörtern eine Seelen-Sphäre bauen“: Zum Briefwerk des Schriftstellers, Übersetzers und Literaturkritikers Hans Wollschläger. „Wollschläger macht kein Hehl daraus, dass Arno Schmidt für ihn der bedeutendste lebende Schriftsteller gewesen und für ihn zum Meister geworden war. Man erfährt, dass Schmidt schamlos Witze und Einfälle literarisch verwendete, die Wollschläger bei gemeinsamen Treffen zum Besten gegeben hatte, ganz als sei er von dessen Unvermögen ausgegangen, selbst mit dem Anspruch auf Eigenständigkeit aufzutreten, und als habe er dies ausnutzen wollen. Wollschläger ist vor allem Schmidts religionskritischem Impetus gefolgt, ohne sich allerdings, wie dieser, uneingeschränkt als Atheist zu bezeichnen.“

  • Hans Wollschläger, Briefe 1988-2007 (Hg. von Thomas Körber; Wallstein)
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