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Wie war Ihr Jahr, Herbert Ullmann?

Ab heute (Nikolaustag) fragen wir wieder bis zum 6. Januar 2023 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“. Heute beantwortet Herbert Ullmann (Ullmann Medien) unseren „anderen Fragebogen“.

 

Herbert Ullmann: „Mehr lesen möchte ich darüber, dass Bücher wichtige Lebensmittel sind. Dass Bücher in der Mitte der Gesellschaft wieder zumindest eine kleine Rolle spielen sollten. (auch im sozialen Leben, im Freundeskreis). Dass also mehr Bücher verkauft werden. Dass die Schläfrigkeit der Verbandes ein Ende hat, bevor das Buch in der breiten Bevölkerung unsichtbar wird“

Welcher Tag war Ihr schönster diesem Jahr?

Es gab angenehme Tage im Kreise der Familie mit Kindern und Enkelkindern in Deutschland. Ebenso schöne auf meiner Lieblingsinsel inmitten der Natur mit meiner Frau. Ein besonderer Tag war das fünfzigjährige Wiedersehen mit Klassenkameraden aus dem Abschlussjahr 1972.

Worüber haben Sie sich 2022 am meisten geärgert?
Über den narzisstischen Egoismus von Personen mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Mehr Demut täte gut.
Was war 2022 Ihr schönster Erfolg?
Kleine Fortschritte und Erfolge in der Erziehung eines Hundes aus dem Tierheim.
Und Ihr traurigster Misserfolg war?
Offensichtlich kann ich zufrieden sein. Es gab keinen schlimmen Misserfolg.
hre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in diesem Jahr?
Das Antiquariat in Palma. In der Calle Moren. Immer interessante Entdeckungen. Und ein kauziger Inhaber.
Von welchem Thema wollen Sie (warum) im kommenden Jahr nichts mehr lesen?
Putin und manchmal auch Herr Selenski. Über damalige russische Geschäftspartner kann ich übrigens nichts Negatives berichten.
Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?

Dass Bücher wichtige Lebensmittel sind. Dass Bücher in der Mitte der Gesellschaft wieder zumindest eine kleine Rolle spielen sollten. (Auch im sozialen Leben, im Freundeskreis). Dass also mehr Bücher verkauft werden. Dass die Schläfrigkeit der Verbandes ein Ende hat, bevor das Buch in der breiten Bevölkerung unsichtbar wird. Ich will das begründen und auch, warum ich darin eine zentrale Aufgabe für unseren Börsenverein sehe:

Bücher sind für den normalen Bürger leider unbedeutend geworden, gelten landläufig weiter als zu teuer und nehmen in der Konsumentenrangliste nur einen hinteren Platz ein. Verschwinden in der Mitte der Gesellschaft.  DAS zu ändern ist und bleibt die Kernaufgabe für unseren Verband in Frankfurt. Der Börsenverein  setzt hingegen unverändert falsche finanzielle Prioritäten. Mein Wunsch wäre: weniger Geld für interne Belange/Interessengruppen/ „Taskforces“. Weniger Geld und Zeit für internes Lametta/Orden. Und mein Tipp wäre:
Kosten sparen beim Wasserkopf (Apparat). Dieses Geld und Engagement für ein sichtbares Produkt BUCH einsetzen.
Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie im kommenden Jahr vermeiden?
Ich vermeide ein eigenes Korsett für die verbleibenden Jahre. Mein langes Berufsleben war straff und hart.
Und welchen Fehler werden  Sie trotzdem wiederholen?
Für den diplomatischen Dienst bleibe ich ungeeignet. Fehler gehören zum Leben. Aber ich bin mit mir im reinen.
Welches Buch hat Ihnen in diesem Jahr besonders viel Freude gemacht?
Einige viele. Zur Zeit lese ich „Leeres Spanien“, von Sergio del Molino.
Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?
Einige neue. Zum Beispiel „Unterwegs mit den Arglosen“, von Mark Twain.
Von wem würden Sie gern auch mal  die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?
Die Liste wäre zu lang. Definitiv interessant wären die Antworten von Wolf Schneider gewesen, leider kürzlich verstorben.
Welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie eigentlich gern beantwortet?
Was könnten Prominente aus Kultur, Sport etc. kostenfrei für das BUCH tun?
Hier können Sie die auch beantworten:
Sich positiv äußern. Sichtbar. Bemerkbar: In den Medien, im Internet etc. (Man muss Menschen allerdings proaktiv ansprechen. Dann kann man sie gewinnen. Macht natürlich Arbeit. Womit wir wieder beim Verband wären. Qualität kommt eben nicht von ungefähr.)
Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr.
Gestern fragten wir Manfred Metzner, morgen antwortet Dr. Frank Wegner
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