Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
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„Die Arbeit an Büchern ist zu billig“: In New York tobt ein heftiger neuartiger Arbeitskampf im Verlagswesen. „‚Mit Leidenschaft können wir keine Rechnungen bezahlen‘, steht auf ihren Schildern: 250 Angestellte des Verlagshauses HarperCollins streiken in New York seit Anfang November für bessere Löhne. Damit sind die Lektorinnen, Grafiker und Büroangestellten ziemlich allein, denn in den meisten Verlagen in den USA gibt es keine gewerkschaftliche Vertretung.“
„Buchpreis an russische Lyrikerin“: Ein Zeichen sowohl gegen die die Ausgrenzung russischer Autoren als auch gegen die russische Kriegsführung: Leipzig verlieht seinen Buchpreis für Europäische Verständigung an die im Exil lebende Dichterin Maria Stepanova.
„Seelenführerin“: Das Buch der Tage der Musikerin Patti Smith ist mit seinen Bildern und Texten Begleiter durch ein ganzes Jahr. „Mit ihr im Buch der Tage sind die Lebenden und die Gestorbenen – die eigenen Toten, wie ihr 1994 verstorbener Ehemann, der Musiker Fred ‚Sonic‘ Smith, und die von ihr verehrten aus früheren Zeiten, die sie begleiten auf all ihren Wegen. Friedhöfe, Gräber sind Orte, die sie aufsucht, Museen und Gedenkstätten, als Gedächtnisspeicher und Quellen ihrer Inspiration, aber auch Cafés in Weltstädten wie Paris.“
- Patti Smith, Buch der Tage (aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit; Kiepenheuer & Witsch)
„Lob des Mitgefühls“: Der Augsburger Literaturwissenschaftler Mathias Mayer analysiert Shakespeares King Lear und den dabei erschaffenen Zuschauer. „Mayer gelingt das Seltene: Philologisch exakt, dicht argumentierend und dabei stilistisch ansprechend seine Fülle an (neuen) Einsichten und Gewichtungen der Motive zu vermitteln. Das ist keine Kleinigkeit angesichts eines Dramas, das neben Hamlet zu den meistbesprochenen Werken Shakespeares gehört.“
- Mathias Mayer, King Lear – Die Tragödie des Zuschauers. Ästhetik und Ethik der Empathie (Wallstein Verlag)
„Was wir von Ich wissen können“: In seinem Buch der Wohnungen entfaltet der italienische Schriftsteller Andrea Bajani ein hochintelligentes Spiel mit Identitäten und Realitäten. „Haben wir es somit mit einem metafiktionalen Buch zu tun, das sich im Spiel mit Identitäten erschöpft? Keineswegs, es ist ein Entwicklungsroman, der zwar nicht geradlinig verläuft, aber dank seiner Sprünge durch die Zeit ein Gefüge aus Erinnerungssplittern erzeugt, das nie vorgibt, das ganze Bild von Ich (oder des Italiens, in dem er lebt) zu bieten, sondern ziemlich exakt die ungenügende und subjektiv zudem verzerrte Wahrnehmung eines Individuums wiedergibt, die nur für dieses selbst ‚wahr‘ genannt werden kann. Bajani muss das gar nicht auserzählen, um es deutlich werden zu lassen.“
- Andrea Bajani, Buch der Wohnungen. Roman (aus dem Italienischen von Maja Pflug; Kampa Verlag)
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Patti Smith, Buch der Tage (aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit; Kiepenheuer & Witsch)
„Fremdes Territorium“: Leipziger Buchpreis für Autorin Maria Stepanova. „Die Lyrikerin und Essayistin, 1972 in Moskau geboren, lebt derzeit im deutschen Exil. Sie bekommt den Preis für ihren Lyrikband Mädchen ohne Kleider, der 2022 im Suhrkamp Verlag erschienen ist. Die viel gelobte Übertragung aus dem Russischen stammt von Olga Radetzkaja.“
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„Rufe aus der Hölle“: Die Suche nach dem Menschbleiben inmitten der Gewalt. „Obgleich zahlreiche der Texte, erstmals publiziert in der in den USA am häufigsten verkauften Anthologie des Jahres 2007, durch die Zensur im Lager verändert wurden, haben sie nichts an ihrer Kraft eingebüßt. Sie erweisen sich vielmehr als eindrucksvolle Zeugnisse der Gewalt wie auch als Mahnmal gegen Inhumanität und Willkür.“
- Sebastian Köthe (Hg.), Gedichte aus Guantánamo. (a. d. Engl. u. Arab. v. Sandra Hetzl/Kerstin Wilsch; Matthes & Seitz)
„Arbeit am Gedächtnis“: Leipziger Buchpreis für Lyrikerin Stepanova. „Maria Stepanova verhelfe dem nicht-imperialen Russland zu einer literarischen Stimme, die es verdiene, in ganz Europa gehört zu werden, heißt es in der Begründung der Jury.“