Home > Bücher in den Medien > Umgeblättert heute: „Ein schwebender Erzählstrom, von Metamorphosen getrieben“

Umgeblättert heute: „Ein schwebender Erzählstrom, von Metamorphosen getrieben“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Spitzenschuhe mit Soße“: Die Amerikanerin Megan Abbott schaut in ihrem Kriminalroman Aus der Balance auf die Brutalität rosafarbener Ballettträume. „Dies ist der zehnte Roman der 1971 in Detroit geborenen Schriftstellerin. Nahmen Abbotts erste Bücher noch klassische Noir-Geschichten im Stil der Dreißiger- und Vierzigerjahre aus einer weiblichen Perspektive in den Blick, so hat sie sich seit Das Ende der Unschuld, der 2012 als einziger ihrer Romane bislang auf Deutsch erschienen ist, komplett ‚weiblichen Themen‘ verschrieben, die sie als keineswegs harmlose, sondern sehr brutale Erfahrungsfelder entlarvt.“
  • Megan Abbott, Aus der Balance (aus dem Amerikanischen von Karen Gerwig und Angelika Müller; Pulp Master Verlag)

„Im Gehäuse der Hörigkeit“: Krimis in Kürze von Henrik Siebold, Anne Freytag, Kenneth Fearing.

  • Henrik Siebold, Schattenkrieger (Aufbau)
  • Anne Freytag, Mind Gap (dtv)
  • Kenneth Fearing, Die große Uhr (Elsinor)

„Die Wut tut ihr nicht gut“: Was die Gewalt gegen Frauen mit dem Matriarchat zu tun hat: Die argentinische Autorin Claudia Piñeiro überzeugt mit dem preisgekrönten Roman Kathedralen. „Kathedralen erscheint in der kommenden Woche endlich auch hierzulande. Das 2021 mit dem Premio Dashiell Hammett für den besten spanischsprachigen Krimi ausgezeichnete Werk der argentinischen Autorin und Frauenrechtlerin Claudia Piñeiro (Elena weiß Bescheid) nimmt es mit einer Form von Extremismus auf, der sich inmitten der Gesellschaft gut hinter einer Fassade der Normalität und der uneigennützigen Fürsorge verbirgt.“

  • Claudia Piñeiro, Kathedralen. Roman. (aus dem Spanischen von Peter Kultzen; Unionsverlag)

„Blut tut ihr gut“: Nature writing mit Gewaltverbrechen: Jamey Bradburys Debüt Wild führt in die tiefste Wildnis Alaskas – und zum härtesten Schlittenrennen der Welt. „Die Grenzen zwischen Mensch, Tier und Vampir lässt Bradbury verschwimmen; ihre Protagonistin ist ein radikaler Gegenentwurf zu jeder Form zivilisatorischer Regeln. Der Roman kümmert sich nicht um Genregrenzen, und er spielt mit Geschlechterfragen. Vor dem Setting einer übermächtigen Natur und eines Landes im Vor-Digitalzeitalter entsteht ein Wechselspiel zwischen ‚inside‘ und ‚outside‘, ein schwebender Erzählstrom, von Metamorphosen getrieben.“

  • Jamey Bradbury, Wild. Roman. (aus dem Amerikanischen von Lydia Dimitrow; Lenos Verlag)
„Verderbliches Geld“: Sebastian Teupe erklärt anschaulich, was die Inflation der Jahre 1914 bis 1923 für Deutschland bedeutete. „Die Lektüre von Sebastian Teupes Buch lohnt sich vor allem wegen der Fülle anschaulicher Beispiele, die er gesammelt hat. An ein paar Stellen würde man sich vielleicht ein wenig mehr Genauigkeit wünschen, auch ein Personen- und Sachregister würde die Lektüre erleichtern. Insgesamt aber trägt Zeit des Geldes zu einem besseren Verständnis der Inflationszeit als einer der Katastrophen der deutschen Geschichte bei.
  • Sebastian Teupe, Zeit des Geldes. Die deutsche Inflation zwischen 1914 und 1923 (Campus-Verlag)

„‚Durchsteigen‘ unter der Glaskuppel“: Livia Gerster fragt, wie junge Abgeordnete arbeiten. „Womit wir – kein Buch über Generationen ohne Diskussion über den Generationenbegriff – beim Problem wären. Denn wenn es darum geht, was „die Millennials“ von „den Boomern“ unterscheidet, werden Abgeordnete nicht mehr als Abgeordnete gesehen, sondern als Teil einer Gruppe, die zunächst nur durch ihr Geburtsdatum zusammengehalten wird.“

  • Livia Gerster, Die Neuen. Eine Generation will an die Macht. (Verlag C. H. Beck)

Anzeige
Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige