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Umgeblättert heute: „Eine dringende Leseempfehlung“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

„Nazis am Canal Grande“: Filmreif: Der Engländer David Hewson führt mit Garten der Engel in ein vergessenes Kapitel deutsch-italienischer Geschichte. „David Hewson hatte schon Auftritte auf dem deutschen Buchmarkt bei Ullstein und Zsolnay, eine durchgesetzte Marke ist er hierzulande nicht. Er schrieb unter anderem eine zehnteilige Serie um den römischen Kommissar Nic Costa, für die dänische Fernsehserie ‚Kommissarin Lund – Das Verbrechen‘ besorgte er die Romanadaption. Die deutsche Ausgabe von Garten der Engel in der Übersetzung von Birgit Salzmann – auch sie eine langjährige Venedig-Verliebte – ist soeben bei Folio erschienen (386 S., geb., 27,– €). Hewson lobt den sorgfältig gestalteten Band als ’schönste Ausgabe‘, die je einem seiner Bücher zuteilwurde.“
  • David Hewson, Garten der Engel (Folio)

„Im Dienst einer lebenden Zeitbombe“: Deepti Kapoors international gefeierter Roman Zeit der Schuld liegt jetzt auf Deutsch vor. Eine dringende Leseempfehlung. „Sich auf dieses Multituden umfassende Erzähluniversum einzulassen, ist wie eine Schatzkiste zu öffnen, die immer noch weitere Kisten enthält.“

  • Deepti Kapoor, Zeit der Schuld. Roman. (aus dem Amerikanischen von Astrid Finke; Blessing Verlag)

„Fasziniert vom Serienmörder“: Tannöd-Autorin Andrea Maria Schenkel kehrt zu ihren Wurzeln zurück. Ihr neuer Roman geht einem realen Serienmörder in Bayern nach und tappt in die „True Crime“-Falle. „Die Faszination für den Täter und seine Verbrechen ist die Motivation für das Erzählen der Geschichte. Es geht hier nicht um die gesellschaftlichen oder psychologischen Umstände, die zu den Taten führten. Auch die Opfer sind nur Vehikel zum Erzählen der grausigen Geschichte.“

  • Andrea Maria Schenkel, Der Erdspiegel. Roman. (Kampa Verlag)

„Funktion folgt Form“: Krimis in Kürze: Adam LeBor, Carla Kalkbrenner und Peter Klisa.

  • Adam LeBor, District VIII (Polar)
  • Carla Kalkbrenner, Die Sonne über Berlin – Trugbild (Martini & Loersch)
  • Peter Klisa, In den letzten Stunden der Dunkelheit (Heyne)

„Hätte so gewesen sein können“:Wenn der Geschichten- und Geschichte-Erfinder Éric Vuillard von Frankreichs Kolonialkrieg in Vietnam erzählt, passt das in ein französisches linkes Weltbild. „Es schadet bei der Lektüre nicht, wenn man gewisse Grundkenntnisse über die französische Kolonialpolitik und deren Akteure hat. Hat man die nicht, liest sich das Buch dennoch prinzipiell gut – solange man mit seinem Grundtenor – das französische Militär hat gegen das vietnamesische Volk einen Krieg der Banken und der Industrie geführt – übereinstimmt.
Hinderlich beim Lesen, ganz unabhängig von der eigenen Haltung, sind seltsame Sprachbilder und manchmal etwas eklige Ausdrücke, die wohl zu gleichen Teilen auf den Autor wie auf die Übersetzerin zurückgehen.“

  • Éric Vuillard, Ein ehrenhafter Abgang. (übersetzt von Nicola Denis; Matthes & Seitz)

„Vom Privileg, sich mit Privilegien auseinandersetzen zu können“: Markus Rieger-Ladich versucht eine etwas andere Annäherung an den kulturellen Verteilungskampf. „Gerne hätte man mit Blick auf die Bundesrepublik Deutschland – auch jenseits der Hörsäle – mehr darüber erfahren, wie sich Bildungsprivilegien in der deutschen Gegenwart auswirken. (…) Abgesehen von diesen leider fehlenden Beobachtungen stellt das neue Buch von Markus Rieger-Ladich gleichwohl eine konzise, bestens lesbare Einführung in ein gesellschaftstheoretisch wesentliches Thema sozialer Ungleichheit dar; eine Einführung, die nicht zuletzt all jenen ans Herz zu legen ist, die selbst im Bildungsbereich – von Kindertagesstätten bis zu Volkshochschulen – tätig sind.“

  • Markus Rieger-Ladich, Das Privileg. Kampfvokabel und Erkenntnisinstrument (Reclam)
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