Das meldet eben der BranchenMonitor Buch des Börsenvereins:
„Nach einem guten Jahresauftakt bringt auch der Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat überwiegend positive Buchmarktzahlen. Der Sortimentsbuchhandel schneidet dabei noch besser ab als die Vertriebswege in der Gesamtschau. Verglichen mit 2019, dem Jahr vor Pandemiebeginn, fällt allerdings weiterhin eine deutliche Lücke beim Absatz auf, die durch einen starken Anstieg bei den bezahlten Preisen nur teilweise ausgeglichen werden kann.
Die Umsätze in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel, E-Commerce, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhaus sowie Elektro- und Drogeriemarkt bewegten sich im Februar 2023 über dem Niveau des Vorjahresmonats (plus 3,4 Prozent). Für die ersten beiden Monate des Jahres 2023 ergibt sich kumuliert ein Umsatzplus von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Absatz – also die Zahl verkaufter Exemplare – sank im Vergleich zum Februar 2022 leicht um 0,6 Prozent. Im Schnitt bezahlten die Käufer*innen 14,90 Euro pro Buch, damit liegen die bezahlten Preise 4,0 Prozent höher als im Vorjahresmonat.
Zur Einordnung der Ergebnisse ist weiterhin der Vergleich mit dem „normalen“ Jahr 2019 aufschlussreich, also dem Jahr vor Beginn der Pandemie: Gegenüber dem Februar 2019 ergibt sich diesmal ein kleines Umsatzplus von 0,2 Prozent. Dass die Umsätze leicht über Vor-Pandemie-Niveau liegen, ist den im Vergleich zu 2019 deutlich gestiegenen Preisen zu verdanken: Im Schnitt bezahlten die Käufer*innen für ein Buch im Februar 2023 8,8 Prozent mehr als noch im Februar 2019. Die Zahl der verkauften Bücher lag hingegen 7,9 Prozent hinter dem damaligen Stand. Damit liegen die Umsätze in den ersten beiden Monaten 2023 – dank eines starken Preisanstiegs, der den Absatzrückgang ausgleicht – kumuliert genau auf dem Niveau des Vergleichszeitraums 2019.
Der Sortimentsbuchhandel für sich genommen schließt den Februar 2023 mit einem Umsatzplus von 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ab und damit erneut deutlich besser als die Vertriebswege in der Gesamtschau – bei gleicher Anzahl an Verkaufstagen wie im Vergleichsmonat. Beim Absatz verzeichnet das Sortiment ein Plus von 5,0 Prozent. Die bezahlten Preise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat im Schnitt um 3,7 Prozent auf 14,72 Euro. Kumuliert ergibt sich für die ersten zwei Monate des Jahres 2023 nun ein Umsatzplus von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das Vor-Pandemie-Niveau wird hier aber trotz der deutlichen Zuwächse weiterhin nicht erreicht: Im Februar 2023 wurden im Buchhandel vor Ort 5,6 Prozent weniger Umsatz und 13,4 Prozent weniger Absatz erzielt als im Februar 2019. Die bezahlten Preise stiegen um beachtliche 9,0 Prozent. Kumuliert verzeichnet der Buchhandel vor Ort derzeit einen Umsatzrückgang von 4,9 Prozent gegenüber den ersten zwei Monaten 2019.
Bei den Warengruppen zeigt sich im Februar 2023 ein durchmischtes Bild (alle Vertriebswege): Am besten schneidet im Vergleich zum Vorjahresmonat die Belletristik ab – die nach Umsatzanteil bedeutendste Warengruppe. Sie kann, wie schon im Januar, dank zugkräftiger Neuerscheinungen ein zweistelliges Plus verbuchen (plus 11,9 Prozent). Der meistverkaufte Belletristik-Titel in den hier betrachteten Vertriebswegen war im Februar „Ostfriesengier“ von Klaus-Peter Wolf (Fischer Taschenbuch), das Ende Januar erschienen ist. „Zwischen Welten“ von Juli Zeh und Simon Urban (Luchterhand), der Toptitel des Vormonats, rutscht auf den zweiten Platz. Platz drei geht an die Februar-Neuerscheinung „Mein Leben in deinem“ von Jojo Moyes (Wunderlich).
Auch die Reisebücher schneiden im Februar wieder sehr gut ab (plus 8,5 Prozent). Das Sachbuch liegt auf dem Niveau des Vorjahresmonats (plus 0,1 Prozent). Die Kinder- und Jugendbücher liegen im Februar mit einem Umsatzplus von 1,3 Prozent etwas über dem Ergebnis des Vergleichsmonats. Hier sichert sich das Jugendbuch „It ends with us – Nur noch ein einziges Mal“ von Colleen Hoover (dtv) erneut den ersten Platz. Darauf folgen mit „Rico, Oskar und die Tieferschatten (Rico und Oskar 1)“ von Andreas Steinhöfel und dem Bilderbuch „Das NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling (beide Carlsen) zwei weitere Longseller.
Die Ratgeber (minus 2,6 Prozent) können dagegen erneut nicht an das Ergebnis des Vergleichsmonats anknüpfen. Auch die Wissenschaften verzeichnen wieder Umsatzrückgänge: Die Warengruppe Geisteswissenschaften, Kunst, Musik verbucht ein Minus von 7,0 Prozent und das Segment Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik ein Minus von 8,4 Prozent. Die Warengruppe Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft verliert 6,9 Prozent.
Die Editionsformen schneiden im Februar 2023 überwiegend besser ab als im Vorjahresmonat. Die Hardcover/Softcover liegen 2,2 Prozent im Plus, die Taschenbücher verzeichnen ein Plus von 7,4 Prozent. Noch deutlicher fallen die Zuwächse bei den Kalendern aus (plus 31,7 Prozent), auch dank der Kalender zur Fastenaktion der Evangelischen Kirche („Fastenkalender 2023: Leuchten! 7 Wochen ohne Verzagtheit“, Edition Chrismon), die die Zeit von Aschermittwoch bis Ostermontag begleiten. Der Umsatz mit Karten/Globen liegt dagegen unter dem Vorjahresmonat (minus 2,1 Prozent). Besonders groß sind die Rückgänge erneut bei den physischen Hörbüchern (minus 23,8 Prozent).