Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
„Ein Gericht ist kein Ort für Trauer“: Kathrin Rögglas Roman Laufendes Verfahren spielt beim NSU-Prozess auf der Zuschauertribüne – als ein Sittenbild von deutscher Gesellschaft und Justiz. „Kathrin Röggla hat den Rechtsstaat und dessen Grenzen nicht auf den Begriff, aber auf einen Roman gebracht.“
- Kathrin Röggla, Laufendes Verfahren. Roman. (Verlag S. Fischer)
„Eine Revolution aller gegen alle“: Marie Vieux-Chauvets Roman Der Tanz auf dem Vulkan erschien 1957 auf Französisch und wurde jetzt ins Deutsche übersetzt. Da Buch über Haitis Sklavenrebellion räumt mit postkolonialen Lebenslügen auf. „Niemand hatte vor Vieux-Chauvet gewagt, Haitis Sklavenrevolution literarisch nachzuerzählen; die historische Verwobenheit sozialer Abhängigkeiten, rassistischer Machtstrukturen und wechselnder Allianzen galt als politischer und gesellschaftlicher Sprengstoff. Vieux-Chauvets jetzt unter weitgehender Beibehaltung der einst gängigen Bezeichnungen und ausgestattet mit einem kenntnisreichen Kommentarapparat vorbildhaft ins Deutsche übertragene Roman wurde zur Blaupause kritischer zeitgenössischer Literatur aus Haiti.“
- Marie Vieux-Chauvet, Der Tanz auf dem Vulkan. Roman. (aus dem Französischen von Nathalie Lemmens, Nachwort von Kaiama L. Glover; Manesse Verlag)
„Das Patriarchat als Pantomime“: Kolumbianische Moralistin mit beißender Ironie: Marvel Morenos Roman Im Dezember der Wind. „Die erstmalige Übersetzung des Romans von Moreno ins Deutsche (nachdem er erst kürzlich ins Englische und Italienische übersetzt wurde) markiert die späte Wiederentdeckung eines Werks, das in den späten Achtzigerjahren durch das Raster des lateinamerikanischen Booms fiel, der bekanntlich durch den Roman eines anderen kolumbianischen Autors angeführt wurde, Hundert Jahre Einsamkeit (1962) von Gabriel García Márquez. In ihrer erzählerischen Exuberanz und im Interesse an familiären Genealogien knüpft Moreno durchaus an diesen großen Klassiker der Weltliteratur an, wenn auch aus einer dezidiert feministischen Perspektive.“
- Marvel Moreno, Im Dezember der Wind. Roman. (aus dem kolumbianischen Spanisch von Rike Bolte; Wagenbach Verlag)
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