Preisträgerin des Tractatus 2023 ist die Philosophin und Publizistin Isolde Charim. Exemplarisch prämiert wird ihr Buch Die Qualen des Narzissmus (Zsolnay). Dazu aus der Jury-Begründung: „Charim macht Freuds Konzept des ,Narzissmus‘ sowie eine Fülle von klassischen und aktuellen philosophischen und soziologischen Texten neu fruchtbar und verfolgt in immer neuen Anläufen und feineren Verästelungen die Mechanismen der ,freiwilligen Unterwerfung‘ in unserer Gesellschaft – einer Gesellschaft, deren aufs Äußerste getriebener Individualismus selbst die Moral erfasst – und zwar auf allen Seiten des politischen Spektrums. Ein intellektueller Parforce-Ritt durch die Qualen des gegenwärtigen Hyper-Individualismus, von hoher denkerischer Originalität – und gesellschaftlich höchst aktuell und augenöffnend in viele Richtungen, von der Arbeitswelt bis zur Internetkultur.“
Die Auszeichnung wird vom Verein Philosophicum Lech verliehen und ist mit 25.000 Euro dotiert. Auf der Shortlist standen sechs Titel. Die Tractatus-Jury besteht aus der österreichischen Literaturwissenschaftlerin, Kritikerin und Essayistin Daniela Strigl, der Schweizer Philosophin, Kulturjournalistin und Publizistin Catherine Newmark sowie dem deutschen Literaturkritiker und Autor Ijoma Mangold. Die feierliche Verleihung des Tractatus 2023 erfolgt am Freitag, den 22. September um 21 Uhr im Rahmen des 26. Philosophicum Lech. Dieses lädt unter dem Titel „Alles wird gut. Zur Dialektik der Hoffnung“ vom 19. bis 24. September 2023 zur umfassenden transdisziplinären Erörterung und Diskussion einer brisanten Thematik vor dem Hintergrund unserer krisengebeutelten Welt.







