Die Geschichte einer unmöglichen Liebe und der Entstehung des Grazer Gottesplagenbildes erzählt Robert Preis in seinem Historischen Kriminalroman Gottesplagen (Emons). Es geht um Mord, Missgunst, aber auch um Heldentum. Anlass für Fragen:

BuchMarkt: Diese Frage stellen wir immer zuerst: Worum geht es in Ihrem Buch?
Robert Preis: Wir befinden uns im ausgehenden Mittelalter; ein Pilger, Johannes, rettet die letzte bosnische Königin, Helena, vor ihren Verfolgern – osmanischen Heerscharen, die zuvor ihren Mann ermordet hatten. Die beiden werden dabei getrennt, und während Johannes verzweifelt versucht, Helena wiederzufinden, wird er von einem dramatischen Schauplatz der Geschichte zum nächsten geschleudert, während Helena vom Opfer zur Heldin wird. All die Ereignisse, die die Menschen damals in Angst und Schrecken versetzt haben, brechen über sie herein. Bis eben das Grazer Gottesplagenbild in Auftrag gegeben wird.
Für alle Nicht-Österreicher*innen: Was genau ist denn das Gottesplagenbild?
Es handelt sich um ein Fresko an der Südseite des Grazer Doms. Es wurde im Jahr 1480 von den Grazer Bürgern gestiftet und ist heute eines der kunsthistorisch bedeutendsten Fresken der Steiermark. Es zeigt außerdem die älteste noch erhaltene Ansicht von Graz. Meine Geschichte schildert die Ereignisse, die dazu führten, dass dieses Bild in Auftrag gegeben wurde – und von der verzweifelten Hoffnung, die in seine Erschaffung gesetzt wurde: Das Gottesplagenbild war die Bitte der Grazer, Gotte möge alles Leid abwenden.
Wie entstand die Idee, darüber ein Buch zu schreiben?
Ich habe seit jeher ein Faible für historische Stoffe, auch die Armin-Trost-Romane spielen ja immer wieder mit historischen Bezügen und Querverweisen. Außerdem schreibe ich für eine Tageszeitung seit vielen Jahren regelmäßig eine History-Artikelserie, die die Vergangenheit der Steiermark beleuchtet. Ein Buch-Projekt über meine Heimat im Mittelalter ist deshalb ein lang gehegter Wunsch von mir gewesen. Als Grazer kenne ich das Gottesplagenbild natürlich, und so wie viele andere habe ich zigmal erfolglos versucht, es zu fotografieren. Mich hat der Gedanke gereizt, die Erinnerung an dieses Bildnis aufrechtzuerhalten, indem ich einen Roman über diese Zeit schreibe.
Was war dabei die besondere Herausforderung?
Die Recherche war vor allem sehr zeitaufwendig. Ich habe ein ganzes Regal voll mit Büchern aus dieser Zeit und dieser Region gelesen. Außerdem habe ich zahlreiche Gespräche mit Historikern geführt, habe mich bemüht, so authentisch wie möglich zu schildern. Im Hinterkopf hatte ich außerdem immer, dass es um meine Heimat geht, da will man noch einmal mehr herausholen aus sich selbst.
An welche Leserschaft richtet sich das Buch?
Zuerst einmal an die historisch interessierte Leserschaft, ich glaube jedoch, dass die Geschichte rund um Mord, Missgunst, aber auch Heldentum und eine unmögliche Liebe durchaus allgemeingültig ist und daher ein breites Publikum anspricht. Und nicht zuletzt ist es natürlich ein spannender Kriminalroman.
Welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie dennoch gerne beantwortet?
Ihre Krimireihe rund um Ermittler Armin Trost wird aktuell von Servus.TV verfilmt. Was ist das für ein Gefühl für Sie?
Hier können Sie dies nun tun:
Meine Antwort wäre: Ich sag‘s ganz offen, da geht ein kleiner Lebenstraum in Erfüllung. Eine eigene Geschichte in einer Adaption zu erleben, auf Leinwand gebannt oder auf der Bühne, das ist fantastisch. Ich freue mich irrsinnig auf den Film.
Eine Antwort
Solide Recherche! Krimis werden dadurch auf jeden Fall besser. Aus der Menge der Heimat-Krimis ragt dieser mit Sicherheit hervor.