Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:
„Noch einmal in die karibische Wunderwelt“: In seinem definitv letzten Buch erzählt Gabriel García Márquez aus der Sicht einer Frau über die Enttäuschungen der Liebe. Zugleich erscheint der bewegende Bericht seines Sohnes Rodrigo über das Sterben des Vaters im Jahr 2014. „Schmerz und Begehren – hier ausnahmsweise weibliches Begehren! – haben bei García Márquez die Macht von Wirbelstürmen. Diese Weltsicht wirkt ansteckend, sie könnte den eigentlichen Zauber seiner Bücher ausmachen. Man wird davongetragen, aber ohne billige Tricks. Man glaubt dieser Stimme die markigen Aussagen und immer wieder verblüffenden Verallgemeinerungen und denkt: Tolstoi hat sich das auch getraut. Und: Schade, dass jetzt wirklich nichts mehr von ihm kommt.“
- Gabriel García Márquez, Abschied von Gabo und Mercedes (Kiepenheuer & Witsch)
„Die DDR hat’s also nie gegeben?“: Arwed Messmer präsentiert Fotos aus seinem Archiv, mit denen er die Folgen der Wiedervereinigung in Ostdeutschland und Berlin dokumentiert hat.
- Arwed Messmer, Tiefenenttrümmerung / Clearing the Depths. Der Traum vom Reich / The Dream of The Reich. Deutsch-englische Ausgabe. (Spector Books)
„Weichenstellung ins Postwachstum“: Durch Eigentum zum Recht: Tilo Wesche entwirft ein Denkmodell für die Rechte der Natur. „Originell ist an dieser scharf konzipierten philosophischen Studie, dass sie nicht vom ökologischen Fernziel einer wieder in ihr Recht gesetzten Natur, sondern von der aktuellen Problemlage ausgeht und dabei ausgerechnet am Haupteinfallstor für die Krisenfaktoren Klimawandel, Artensterben, Ressourcenerschöpfung, Globalvermüllung ansetzt: dem in modernen Gesellschaften sakrosankten Begriff des Eigentums.“
- Tilo Wesche, Die Rechte der Natur. Vom nachhaltigen Eigentum. (Suhrkamp Verlag)
„Küss mich in Stücke“: Von gewalttätigen Phiolen und anderen Zärtlichkeiten: Odile Kennels Gedichtband Irgendetwas dazwischen. „Auch wenn Odile Kennel vom Wortmaterial her schreibt, von den Klängen, gibt es zunächst einen Realitätsimpuls. Das kann eine Abendstimmung in Berlin sein, eine Zeile aus einem Gedicht von Rolf-Dieter Brinkmann, die Erinnerung an Scham oder eine Zahnbürste. Und dann entzünden sich am Sound Sinnpartikel und neuer Sound, und die Sprache driftet auf Unbekanntes zu, ins unverhofft Offene.“
- Odile Kennel, Irgendetwas dazwischen. Gedichte mit Illustrationen von Anja Nolte. (Verlagshaus Berlin)
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„‚Gewalt spielt in der russischen Gesellschaft eine große Rolle’“: Der Autor und Russlandexperte Julian Hans über den richtigen Umgang mit dem großen Reich im Osten, traumatisierende Erfahrungen und die Möglichkeit eines Tyrannenmordes.
- Julian Hans, Kinder der Gewalt. Ein Porträt Russlands in fünf Verbrechen. München 2024. (Verlag C.H. Beck)
„‚Große Sprechkunst’“: Maren Kroymann wird mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. „Maren Kroymann ist am Dienstag in Köln als beste Interpretin mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet worden. ‚Große Sprechkunst‘ bescheinigte die Preisträgerjury der Schauspielerin und Kabarettistin, die den Roman Das andere Mädchen von Annie Ernaux las. Sie spiele dabei mit einer ‚klugen Nonchalance‘, so die Jury. Der eindringliche und dabei doch ‚leicht daherkommende‘ Monolog treffe ins Herz. Der Hörbuchpreis ist pro Kategorie mit 3333 Euro dotiert.“