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Umgeblättert heute: Das erfahrungsgesättigte Werk einer Ausnahmeautorin

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

„Vergeltungszwang überwinden“: Psychoanalytikerin im Gulag: Die österreichisch-sowjetische Autorin und Ärztin Angela Rohr erforschte die strengen Sitten des Kaukasus und Stalins Lagerwelt. „Es ist der Berliner Germanistin Gesine Bey zu verdanken, dass nach zwei Büchern mit Lagerliteratur nun beim Berliner BasisDruck Verlag unter dem Titel Blutrache ein sorgfältig edierter Band mit späten Erzählungen herauskam, der dem erfahrungsgesättigten Werk dieser Ausnahmeautorin ein postumes literarisches Leben beschert.“

  • Angela Rohr, Blutrache. Späte Erzählungen. (hrsg. von Gesine Bey; Basis-Druck Verlag)

„Das, was jeder richtige jüdische Vater hat“: Nomen est omen: Dana von Suffrins neuer Roman Nochmal von vorne variiert das Vorgängerbuch. „Daraus entsteht ein Fragment, das immer wieder funkelt, aber nach der eigenen Form noch sucht. Einzelne Episoden bleiben auf der Strecke (…). Man würde ­gerne mehr über dieses heikle Romanpersonal erfahren und hofft deshalb auf eine Wiederbegegnung im nächsten Buch.“

  • Dana von Suffrin, Nochmal von vorne. Roman. (Kiepenheuer & Witsch)

„Unvorhergesehene Probleme mit weißen Fellohren“: Freundeskreise haben ihre Tücken: Der kubanische Tänzer Osiel Gouneo berichtet von seinem Weg in der Welt des Balletts. „Die Themen, die jemand hat, machen noch kein Buch, und viele interessante Fragen, die nur ein Tänzer beantworten kann, kommen nicht vor: Das Black im Titel ist wichtig, der Romeo kommt zu kurz.“

  • Osiel Gouneo, Black Romeo. Mein Weg in der weißen Welt des Balletts (gemeinsam mit Thilo Komma-Pöllath; C.H. Beck Verlag)

„‚Reden ist nicht Handeln’“: Der Bestsellerautor Grigori Tschkartischvili, besser bekannt als Boris Akunin, im Interview über seine Rolle im Widerstand, Russlands Weg in die Vergangenheit und die fatalen Fehler des Westens.

„Die Genossen aus St. Pauli“: Die Sozialistin Larissa Reissner hat die Weimarer Republik so modern beschrieben wie nur wenige. Einige ihrer Reportagen liegen nun auf Deutsch vor. „Die journalistischen Texte von Larissa Reissner lassen sich als textliche Illustrationen zum historischen Kontext der in krassen sozialen Schieflagen und unter den Angriffen der alten, vom Versailles-Frieden gedemütigten Militärs taumelnden ersten deutschen Demokratie lesen. Eine Solokarriere als wiederentdeckte Schriftstellerin nach dem Vorbild Gabriele Tergits und Vicki Baums wird Larissa Reissner nicht mehr hinlegen. Zu befremdlich ist ihre Sowjetschwärmerei, zu schablonenhaft – trotz gelegentlicher sprachlicher Funkenschlägerei – ist ihre Literatur.“

  • Larissa Reissner, 1924 – Eine Reise durch die deutsche Republik. (mit einem Vorwort von Steffen Kopetzky (Rowohlt Berlin)

„Die Schuld-Falle“: Jeremy Eichler versucht, aus den „Metamorphosen“ von Richard Strauss ein musikalisches Mahnmal gegen Krieg und Holocaust zu zimmern. „Die Stärke des Buchs ist sicherlich die profunde Quellenkunde und Detailgenauigkeit, wo sie denn im Vordergrund steht. Jeremy Eichler, Musikkritiker der Tageszeitung Boston Globe, hat sich viel vorgenommen und ist dabei auch auf poetische Bilder und Überzeichnungen angewiesen, um seinem Ziel näher zu kommen.“

  • Jeremy Eichler, Das Echo der Zeit (Verlag Klett-Cotta)

„Wenn der Gangster spricht“: Der Schriftsteller und Dramatiker Jakob Nolte hat einen Hannover-Krimi geschrieben: Die Frau mit den vier Armen ist BRD Noir in ganz großer Form. „Noltes Buch bleibt bis ans Ende in der Möglichkeitsform, es ist eine Art Kaleidoskop, in dem funkelnde kleine Steinchen an immer wieder neue Stellen klicken und sich in überraschende Bilder und Konstellationen zusammensetzen – eine magische, in sich geschlossene Bewegung, in der jeder auf jeden reagiert und alles wie von selbst geschieht oder – so sagt man im Süden – wo etwas ‚eh ausgeht‘.“

  • Jakob Nolte, Die Frau mit den vier Armen. Roman. (Suhrkamp)

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