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Bettina-Brentano-Preis für Gegenwartslyrik 2024 geht an Michael Lentz

Der Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Musiker Michael Lentz erhält den in diesem Jahr erstmals vergebenen und mit 10.000 Euro dotierten Bettina-Brentano-Preis für Gegenwartslyrik. Ausgezeichnet wird er für seinen 2023 erschienenen Gedichtband Chora sowie sein bisheriges Gesamtwerk.

Michael Lentz (c) Victor Pattyn

In der Jurybegründung heißt es: „Wie vielleicht kein zweiter Gedichtband der letzten Jahre summiert Chora die Möglichkeiten der zeitgenössischen Lyrik: Mit ungeheurer Freude an der Sektion von Sprache und Erfindungswillen bei ihrer Neukonfiguration kreist der Band von Michael Lentz um nichts weniger als alles, was zwischen die Buchstützen aus Geburt und Tod passt. In Chora versammelt er all die ästhetischen Mittel sowie die inhaltlichen Kernmotive seines Werks:
existenzielles Sprachspiel, formvollendetes Anagramm, die Schönheit des Lebens, den Verlustschmerz im Angesicht des Todes und das ewige Bleiben der Literatur.“

Über den Preis:
Der Bettina-Brentano-Preis wurde in diesem Jahr von der Dr. Karl und Lore Nebendorf-Stiftung ins Leben gerufen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis soll jährlich herausragende Leistungen der Gegenwartslyrik würdigen. Er erinnert an die in Frankfurt geborene Schriftstellerin und Herausgeberin, die gemeinsam mit ihrem Bruder Clemens und ihrem späteren Ehemann Achim von Arnim eine der prägenden Figuren der deutschen Romantik wurde. Die Jury besteht derzeit aus
Barbara Bingel (Literaturvermittlerin und Vorsitzende der Horst Bingel-Stiftung für Literatur e.V.), Beate Tröger (Literaturkritikerin) sowie Dr. Jan Wilm (Schriftsteller, Übersetzer und Literaturwissenschaftler). Organisatorisch begleitet wird der Preis vom Stiftungsmanagement der Commerzbank AG sowie
vom Hessischen Literaturforum im Mousonturm e.V.

Über den Preisträger:
Michael Lentz, 1964 in Düren geboren, lebt und arbeitet als Schriftsteller sowie Professor für Literarisches Schreiben in Berlin und Leipzig. Für seine Erzählung „Muttersterben“ erhielt er 2001 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Die Veröffentlichung des gleichnamigen Bandes markierte schließlich auch den Durchbruch bei der Literaturkritik. Es folgten u.a. die Romane Pazifik Exil (2007), Schattenfroh. Ein Requiem (2018) sowie Heimwärts (2024) und die Lyrikbände Aller Ding (2003), Offene Unruh: 100 Liebesgedichte (2010) und Chora
(2023). Darüber hinaus ist Michael Lentz Verfasser zahlreicher Hörspiele und widmet sich als Herausgeber u.a. Werken von Franz Mon, Ror Wolf, Oskar Pastior und Helga M. Novak. Für sein bisheriges Werk erhielt er zahlreiche Preise, u.a. den Preis der Literaturhäuser (2005), den Walter-Hasenclever-Literaturpreis (2012), sowie Stipendien in der Casa Baldi, der Villa Aurora und
dem Künstlerhaus Villa Waldberta.

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