Mit Spannung erwartet, ist nun die Entscheidung gefallen: Soeben wurden die Preisträger:innen der Leipziger Buchmesse 2025 vor einem begeisterten Publikum in der Glashalle ausgezeichnet. In der Kategorie Belletristik entschied sich die Jury für Kristine Bilkau und ihren Roman „Halbinsel“. Den Preis in der Kategorie Sachbuch/Essayistik erhielt Irina Rastorgueva für „Pop-up-Propaganda. Epikrise der russischen Selbstvergiftung“. In der Kategorie Übersetzung würdigte die Jury Thomas Weiler für die Übersetzung von „Feuerdörfer. Wehrmachtsverbrechen in Belarus – Zeitzeugen berichten“ aus dem Belarussischen von Ales Adamowitsch, Janka Bryl und Uladsimir Kalesnik. Insgesamt wurden 506 Titel von 166 Verlagen eingereicht.

Kategorie Belletristik
Kristine Bilkau | „Halbinsel“ | Luchterhand
Begründung der Jury:
„Leicht nacherzählbar scheint dieses Buch zunächst, doch das ist eine Täuschung. Kristine Bilkau trägt sukzessive Schichten von Fragen ab, die verunsichern. Das unerwartet zusammengeführte Duo aus Mutter und erwachsener Tochter braucht mehr als guten Willen für ein neues Lebensmodell. ‚Halbinsel‘ ist ein sensibel gebauter Roman über emotionale Altlasten, über Großzügigkeit und über das Geschäft mit dem Klima-Gewissen.“
Kategorie Sachbuch/Essayistik
Irina Rastorgueva | „Pop-up-Propaganda. Epikrise der russischen Selbstvergiftung“ | Matthes & Seitz Berlin
Begründung der Jury:
„Der Comic in der Mitte zeugt von bitterem Humor. Der Ernst der Lage zeigt sich im Text, der so einige Rätsel löst, die sich seit dem russischen Überfall auf die Ukraine angestaut haben. Irina Rastorgueva seziert die Gesellschaft, indem sie die Sprache analysiert. Was sie ‚Pop-up-Propaganda‘ nennt, ist eine Art ‚LTI‘ für Putins Russland, eine Bestandsaufnahme diktatorischen Sprechens in dem Sinne, wie Victor Klemperer es einst tat.“
Kategorie Übersetzung
Thomas Weiler | Übersetzung aus dem Belarussischen: „Feuerdörfer. Wehrmachtsverbrechen in Belarus – Zeitzeugen berichten“ von Ales Adamowitsch, Janka Bryl, Uladsimir Kalesnik | Aufbau
Begründung der Jury:
„Anfang der 1970er Jahre haben Ales Adamowitsch, Janka Bryl und Uladsimir Kalesnik mit Hunderten Überlebenden aus von der Wehrmacht niedergebrannten belarussischen Dörfern gesprochen. Thomas Weiler macht die unvorstellbaren Aussagen der Dorfbewohner:innen nun erstmals einer deutschen Leserschaft zugänglich. Seine am Mündlichen orientierte Übersetzung entlarvt die entsetzliche Grausamkeit des Erlebten und zeigt die Grenzen der Sprache in der brennenden Wahrheit dieser Berichte auf.“