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Der neue unabhängige Verlag für hebräische Literatur Altneuland Press

Das Team von Altneuland in Berlin: Dr. Dory Manor, Tamar Stiebel, Leanne Raday und Moshe Sakal (v.l.n.r.). (Foto: Dalia Castel)

„Von der so geschichtsträchtigen wie multikulturellen Metropole Berlin aus möchte sich Altneuland aktiv ins globale literarische Gespräch einschalten“, stellt sich der unabhängige Verlag vor. Man agiere autonom, humanistisch, kooperativ und kosmopolitisch. Zwei prägende Protagonisten der israelischen Gegenwartsliteratur, nämlich der Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber Dr. Dory Manor sowie der Schriftsteller und Essayist Moshe Sakal, haben den Verlag gegründet, „mit einer klaren verlegerischen Vision und getragen von einem internationalen Team und lokalen Kooperationspartnern“.

Altneuland sei der erste unabhängige Verlag für hebräische Literatur, der seit 1948 außerhalb Israels gegründet wurde. Er publiziert Prosa, Erinnerungen und erzählendes Sachbuch – im Original auf Hebräisch sowie in Übersetzung; dafür arbeitet er mit Partnerverlagen in Europa, Israel und Nordamerika zusammen. Partnerverlag im deutschsprachigen Raum ist der in Berlin ansässige Kanon Verlag.

Berlin sei ein bedeutender Ort für die moderne hebräische Literatur gewesen. Schon im 18. Jahrhundert erschien hier die erste hebräische Zeitschrift, später wurde die Stadt ein Zentrum für hebräische Verlage, Druckereien und Autor:innen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde diese literarische Tradition ausgelöscht. Heute knüpfe die Gründung eines unabhängigen hebräischen Verlags in Berlin bewusst an diese Geschichte an, so die Verleger:innen. „Hebräisch kehrt an einen Ort zurück, der einst Heimat war, und öffnet sich neu – dialogisch, grenzenlos, zukunftsgewandt.“

Altneuland arbeitet mit einem mehrsprachigen, international vernetzten Team in Berlin, Tel Aviv und darüber hinaus – darunter die Booker-Preisträgerin Jessica Cohen sowie erfahrene Lektor:innen, Übersetzer:innen und Kulturvermittler:innen.

Altneuland ist privat finanziert und agiert ohne staatliche Förderung verlegerisch unabhängig. Im Zentrum stehen Bücher mit Haltung – Texte mit eigener Stimme, literarischer Tiefe und gesellschaftlicher Relevanz. Unterstützt wird der Verlag von Migdalor, einer in Berlin ansässigen Kulturinitiative unter der Leitung von Yael Nachshon Levin.

Warum der Name „Altneuland“?

Der Name ist eine bewusste Referenz auf Theodor Herzls gleichnamigen Roman – nicht als politisches Manifest, sondern als kulturelle Metapher. „‚Altneuland‘ steht bei uns nicht für ein Territorium, sondern für die hebräische Sprache selbst: getragen von Geschichte, offen für Gegenwart und Zukunft. Die Sprache ist unser Ort. Sie ist unser Territorium – überall dort, wo sie geschrieben, gesprochen, gelesen oder übersetzt wird. Wir verstehen Hebräisch nicht als exklusiven Code, sondern als offenen Resonanzraum, als Einladung zum Dialog.“

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