Der Satyr Verlag aus Berlin-Friedrichshain wird in diesem Herbst 20 Jahre alt.
Zum Jubiläum gönnte sich der Verlag die erste literarische Übersetzung seit 15 Jahren und erwarb die Rechte an einem bislang unveröffentlichten Werk des britisch-walisischen Bestsellerautors Jasper Fforde: „Wie die Karnickel“ erschien vor einem knappen Monat.

Der Verlag wurde im Jahre 2005 als Teil des Kleinkunstnetzwerkes BlueFun gegründet. Im Sommer 2011 übernahm der Berliner Satiriker und Autor Volker Surmann den Verlag und führt ihn seitdem als eigenständiges Unternehmen fort.
Mit der Übernahme zog der Verlag aus dem Kreuzberger Graefekiez nach Berlin-Friedrichshain. Die Büroräume in der Auerstr. 23 teilt sich Satyr mit dem Schaltzeitverlag und dem Sprecher und Voice Coach Sascha Tschorn.
Satyr wurzelt in der deutschen Lesebühnen-, Satire- und Poetry-Slam-Szene. Aus diesen Bereichen publiziert er pro Jahr acht bis zehn Textsammlungen und Romane, vorwiegend mit humoristisch-satirischem Ansatz. Aber nicht nur das: Eine Reihe mit Spoken-Word-Lyrik rundet das Verlagsprofil ab. Eine besondere Spezialität von Satyr sind thematisch geschlossene Anthologien. An diesen beteiligten sich eine Vielzahl nahmhafter Autor:innen und Satiriker:innen – u. a. Größen wie Marc-Uwe Kling, Horst Evers, Kathrin Passig, Fritz Eckenga, Kirsten Fuchs, Jakob Hein, Dmitrij Kapitelman, Peter Wawerzinek, Katrin Seddig, Dana von Suffrin, Nora Gomringer, Wiglaf Droste (+) oder Saša Stanišić.
Talentförderung ist ein fester Bestandteil der Verlagsphilosophie. Autor:innen wie Ella Carina Werner, Sarah Bosetti, Sebastian Lehmann, Paul Bokowski, Lars Ruppel oder Felix Lobrecht feierten bei Satyr ihr Debüt.
Für die verlegerische Tätigkeit wurde Satyr auf der Frankfurter Buchmesse zum zweiten Mal, nach 2022, vom Staatsminister für Kultur und Medien der Deutsche Verlagspreis verliehen. Diese Auszeichnung ist aber nicht der einzige Erfolg des aktuellen Verlagsjahres: Die von Michael Bittner, Lea Streisand und Heiko Werning kuratierte literarisch-satirische Anthologie Sind Antisemitisten anwesend? wurde auf die HOTLIST 2025 gewählt, die die zehn besten Bücher des Jahres ausunabhängigen Verlagen auszeichnet. Die Textsammlung erreichte sogar Platz 2 in der Publikumswertung.
Und Satyr Verleger Volker Surmann, den man in Berlin bisher v.a. als Mitglied der legendären Lesebühne Brauseboys und Autor humoristischer Romane kannte, wurde für sein Jugendbuchdebüt zum Thema Depression, Leon Hertz und die Sache mit der Traurigkeit, u.a. mit dem mit 10.000 Euro dotierten Evangelischen Buchpreis ausgezeichnet.
Am 4. Dezember 2025 stellt die Buchhandlung am Nonnendamm in der Reihe „Berliner Verlage stellen sich vor“ den Verlag vor, widmet dessen Büchern ein ganzes Schaufenster und empfängt Verleger Volker Surmann zum Gespräch.
Der Satyr Verlag ist Mitglied des Börsenvereins und in mehreren Netzwerken unabhängiger Verlage aktiv.