Der französische Autor Laurent Mauvignier erhält in diesem Jahr den renommierten Prix Goncourt für sein Buch »La Maison vide«. Dies teilte die Jury am Dienstagmittag mit.
In Frankreich bei Les Éditions de Minuit im Programm, erscheint der Roman 2027 bei Matthes & Seitz Berlin. Übersetzt wird der Text, wie auch das schon erschienene »Geschichten der Nacht«, aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer.
In »La Maison vide« entfaltet Laurent Mauvignier eine große Familiengeschichte: Eine alte Landhaus-Erbschaft, jahrzehntelang verschlossen, wird wieder geöffnet und mit ihr die Erinnerungen, Gesichter und Geheimnisse von vier Generationen. Ein Klavier, eine kaputte Marmor-Kommode, Fotos mit herausgeschnittenen Gesichtern – diese Objekte sind nicht nur Zeugen, sondern Schlüsselelemente dieses Hauses, das von Kriegen, von Schweigen, von willensstarken Frauen und verschwundenen Männern geprägt ist.
Mauvignie verwebe das Persönliche mit dem Historischen: Es geht um die Frage, wie viel Herkunft uns prägt und wie wenig wir über die Menschen wissen, denen wir folgen. Ein Buch über das Schweigen der Familien, über den Mut zu erinnern, über die erschütternde Kraft, die entsteht, wenn man beginnt, in die Räume einzutreten, von denen man glaubte, sie seien leer.
Laurent Mauvignier, 1967 in Tours geboren, studierte Bildende Kunst. Seit 1999 hat er mehrere Romane veröffentlicht, für die er vielfach ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem Prix des Libraires (2009). Zuletzt auf Deutsch erschien sein Roman »Geschichten der Nacht«. Er lebt in Rennes.
Claudia Kalscheuer, 1964 in Berlin geboren, studierte Romanistik, Linguistik und Philosophie in Berlin und Toulouse. Sie übersetzt seit 1994 aus dem Französischen, u. a. Alexander von Humboldt, Marie NDiaye, Sylvain Prudhomme und Nastassja Martin.