Deborah Klein ist freie PR-Beraterin und Kommunikationsexpertin. In ihrem Gastbeitrag bei BuchMarkt gibt Sie Selbstverleger:innen Tipps, wie sich mehr aus dem eigenen Namen machen lässt.

Die Marke von Autor:innen ist mehr als nur ein Logo oder ein Slogan – sie ist das Herzstück der Verbindung zwischen Leser:innen und ihrem Werk. Eine starke Autor:innenmarke schärft das Profil und kann Gelegenheitsleser:innen zu treuen Fans verwandeln, die sich vom Stil, den Themen oder dem Genre angesprochen fühlen. Die Autor:innenmarke, kurzum das „Author Branding“ ist im Jahr 2026 als Trend angekommen. Doch wie gelingt der vielschichtige Ansatz des Personal Brandings und welche Aufgaben gehen damit einher?
Mit Blick auf die Buchmessen widmen sich zunehmend mehr deutschsprachige Autor:innen, darunter Verlagsautor:innen wie auch Selfpublisher:innen, ausgeklügelten Branding-Strategien, die denen von bekannten US-Autor:innen ähneln. Denn heutzutage ist die persönliche Markenbildung als Autor:in in einem dynamischen Buchmarkt von zentraler Bedeutung. Ziel ist es, mit der Leser:innenschaft in Kontakt zu treten und sich den eigenen Platz auf den Bühnen der Literatur zu sichern. Darüber hinaus versuchen Autor:innen mit diesem Schritt, mit einer klar erkennbaren Marke dem Publikum eine nachvollziehbare und verständliche Position zu vermitteln, weit über das Buch hinaus.
US-Markt als Vorbild: Deutsche Autor:innen ziehen massiv nach
In den USA ist die Autor:innenmarke, kurzum das „Author Branding“ bereits seit Jahren etabliert und gehört zu den Grundbausteinen des Erfolgs als Schreibende:r. Das Schaffen einer Autor:innenmarke ist vergleichbar mit dem Aufbau eines mehrgeschossigen Hauses, in dem jede Etage verschiedene Facetten der eigenen Identität als Autor:in repräsentiert. Planungsarbeit, Stabilität, und Pflege sind hierbei das A und O, um die Marke langfristig und erfolgreich am Markt zu platzieren.
Die Identität hinter den Büchern: Autor:innen als Marke
Die Idee des Brandings ist übrigens nicht neu: Nahezu jede Marke ruft bestimmte Bilder hervor. Nike und sein Slogan „Just Do It“. Oder die goldenen Bögen von McDonald’s. Marken sind so bekannt, dass bestimmte Ausdrücke oder Bilder zum Synonym für diese Marke werden. Doch Branding ist nicht nur etwas für große Unternehmen. Für Autor:innen bedeutet diese Chance, ihr Alleinstellungsmerkmal wie Genre-Spezialisierungen, Schreibstil und persönliche Werte zu einer einheitlichen Marke zusammenfließen zu lassen, die bei der Zielgruppe Anklang findet und eine tiefe und dauerhafte Verbindung fördert. Zusätzlich kann eine starke Autor:innenmarke weitere Möglichkeiten für Autor:innen eröffnen, die über den Buchverkauf hinausgehen, beispielsweise öffentliche Vorträge, ein eigener Messestand auf Buchmessen oder Adaptionen der eigenen Werke in anderen Medien.
Vom Aufbau zum Wegweiser: „Author Branding“ als Erfolgsmotor
Im Wesentlichen bauen Autorenmarken auf der eigenen persönlichen Marke auf. Es ist das, woran Menschen denken, wenn sie den Namen der Person hören; es ist eine Sammlung von Sinneseindrücken, die Menschen von dem Autor bzw. der Autorin haben. Eine Reihe von Elementen wie Bilder, Worte, Stil oder Themenbereiche trägt dazu bei, diese Eindrücke zu schaffen. Fest steht: Autor:innen gestalten ihre öffentliche Persona nahezu mit der gleichen Präzision, mit der Unternehmen ihre Produkte positionieren, und setzen dabei umfassende Markenarchitekturen ein, die von der visuellen Identität bis zum Messaging via Social Media alles umfassen. Die eigene Autor:innenmarke ist demnach das, was man als Person ist – sie umfasst auch das, wofür der Autor bzw. die Autorin steht, wie sie mit sich selbst umgeht und sich präsentiert und vor allem, was sie tut.
Die Bildsprache als roter Faden
Die visuelle Sprache ist für eine Autor:innenmarke und ihre PR-Aktivitäten genauso wichtig wie die geschriebene Sprache. Die visuelle Identität umfasst alles vom Autor:innenfoto bis hin zum Stil der Beiträge in den sozialen Medien und der eigenen Autor:innen-Website. Dazu zählen auch das Buchcover und andere Werbematerialien wie Flyer, Autogrammkarten oder Lesezeichen. Kurzum: Die visuelle Identität sollte sowohl zu den Büchern als auch zum eigenen Personen-Branding passen.
„Owned Media“: Mut zur Differenzierung
Eine Autor:innenmarke hebt das Profil von anderen ab und ermöglicht es der Zielgruppe, sich inmitten einer Fülle von Optionen zu erkennen und zu erinnern. Bei dieser Differenzierung, dem Mut zum Anderssein, geht es nicht nur darum, wahrgenommen zu werden, sondern auch darum, die Loyalität der Leser:innen zu stärken. Die Anwendung von sogenannten „Owned Media“ (zu Deutsch: eigene Medien) wie Newsletter, Direktverkäufe des Buches über die eigene Website oder auch einen eigenen Messestand als Autor:in auf Branchentreffen wie Buchmessen ist ein weiteres PR-Werkzeug, um unabhängig und sichtbar zu sein. Für die Community wird die Marke somit zum Erlebnisraum, der persönlich und nahbar wirkt.
Fazit: Die Erstellung einer Autor:innenmarke ist letztlich ein intuitiver Prozess, der über reine Fakten hinausgeht. Der Beginn liegt oftmals in den Notizen zum eigenen Buch, dem Genre, Farbpaletten und Schriftarten, die man als Marke verwenden möchte. Ein eigenes Branding zu haben, ist in der heutigen Verlags- und Selfpublishing-Landschaft enorm wichtig. Es dient als zentrales Unterscheidungsmerkmal in einem großen Markt, der ein Alleinstellungsmerkmal fordert und dieses richtig angewandt auch fördert.
Deborah Klein fungiert seit über den zehn Jahren als freie PR-Beraterin und Kommunikationsexpertin mit Sitz in Hamburg. Zu den vorherigen beruflichen Stationen als Pressesprecherin zählen u. a. der Holtzbrinck Verlag sowie der Selfpublishing-Dienstleister Books on Demand aus dem Hause Libri. Zu ihren Schwerpunkten gehören die klassische Pressearbeit sowie die Konzeption und Beratung von PR-Maßnahmen. Klein fungiert seit 2026 auch als freie Dozentin mit den Schwerpunkten Autor:innen-PR und Personal Branding.