„Schwebende Lasten“, 2025 bei C. H. Beck erschienen, gewinnt den Evangelischen Buchpreis 2026. Diese Entscheidung gibt der Vorsitzende des Evangelischen Literaturportals, Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl, bekannt. Der Leser:innenpreis ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird Annett Gröschner am 20. Mai um 17 Uhr im Heilig-Geist-Saal in Nürnberg verliehen.

Hanna Krause erlebt in ihrem Leben zwei Revolutionen, zwei Weltkriege, zwei Diktaturen und zwei Demokratien. Fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte erzählt Annett Gröschner in diesem Roman anhand des Lebens einer Magdeburger Arbeiterin.
In der Begründung der siebenköpfigen Jury um Vorsitzende Stefanie Drüsedau heißt es:
„Hanna ist eine stille Heldin, keine Widerstandskämpferin, aber noch weniger eine Opportunistin. Hanna balanciert zwischen Auflehnung und Anpassung und trifft ihre Entscheidungen nicht aus ideologischen Gründen, sondern lässt sich von Menschlichkeit und Anstand leiten. Gerade darin liegt die politische Kraft des Romans, denn Gröschner zeigt, dass Geschichte nicht nur von Parolen, Systemen und Machtverhältnissen geprägt wird, sondern von vielen unsichtbaren Entscheidungen gewöhnlicher Menschen. Hanna Krause steht somit für unzählige andere Frauen, die keine Stimme erhalten.“
Annett Gröschner, geboren 1964 in Magdeburg, lebt seit 1983 als Schriftstellerin in Berlin. Bekannt wurde sie vor allem mit ihren Romanen „Moskauer Eis“ (2000) und „Walpurgistag“ (2011). Zuletzt erschien bei Hanser ihr gemeinsam mit Peggy Mädler und Wenke Seemann verfasster Bestseller „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ (2024).
Der Evangelische Buchpreis ist ein Leser:innenpreis und wird seit 1979 vom Evangelischen Literaturportal, dem Verband für Leseförderung und Büchereiarbeit in der EKD, verliehen. Gesucht werden Bücher, die anregen über uns selbst, unser Miteinander und unser Leben mit Gott neu nachzudenken. Titel können nicht von den Verlagen oder Autor:innen, sondern von Lesenden in ganz Deutschland vorgeschlagen werden. Auf der Shortlist des Ev. Buchpreises 2026 standen neben dem Preisbuch noch 12 weitere Titel der Gegenwartsliteratur, neben Romanen auch Kinder- und Sachbücher. Der Jury gehören Bibliothekar:innen, Pädagog:innen und Theolog:innen sowie eine Redakteurin des Ev. Literaturportals an.