„Im vergangenen Jahr hat die unabhängige Fachjury des Deutschen Buchhandlungspreises im Rahmen eines intensiven und sorgfältigen Diskussionsprozesses insgesamt 118 Buchhandlungen für eine Auszeichnung ausgewählt. Maßgebliche Kriterien für diese Entscheidung waren ein anspruchsvoll kuratiertes literarisches Sortiment, ein besonderes Engagement in der Lese- und Kulturförderung, ein vielfältiges kulturelles Veranstaltungsprogramm sowie innovative und zukunftsweisende Geschäftsmodelle. Darüber hinaus legte die Jury großen Wert auf kulturelle Vielfalt und gesellschaftspolitisches Engagement.
Die Jury steht ausdrücklich hinter ihrer Auswahl dieser 118 Buchhandlungen. Sie verkörpern in besonderer Weise eine Verbindung aus kultureller Verantwortung und gesellschaftlichem Engagement und prägen damit eine Buchhandelslandschaft, die auch im internationalen Vergleich als außergewöhnlich vielfältig und lebendig gelten kann.
Als Jury verstehen wir unsere Aufgabe darin, diese Vielfalt auch in der Breite unserer Auswahl für den Deutschen Buchhandlungspreis sichtbar zu machen und zu würdigen – wir sind der Ansicht, dass uns dies für die Prämierten 2025 gelungen ist.
Die nachträgliche Entscheidung, drei Buchhandlungen von der Prämierung auszuschließen, wurde von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) getroffen und lag außerhalb unseres Einflussbereichs. Wir als Jury distanzieren uns klar von dem dabei durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien angewandten Haber-Verfahren.
Nach dem Ausschluss der drei Buchhandlungen haben wir uns bewusst dafür entschieden, diese drei Plätze nicht nachzunominieren, sondern eine sichtbare Lücke zu lassen.
Den derzeitigen Diskurs zur Vorgehensweise durch das BKM begrüßen wir, da es hier um die Klärung grundsätzlicher demokratischer Belange geht.
Wir sind davon überzeugt, dass Buchhandlungen Orte der Meinungsbildung und der gelebten Meinungsfreiheit sind – offene, demokratische Räume, in denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und gesellschaftliche Debatten stattfinden können.
Dieses vielfältige Engagement der Buchhandlungen möchten wir auch weiterhin als unabhängige Jury anerkennen, aufzeigen und würdigen. Mit dem Deutschen Buchhandlungspreis soll genau diese besondere Rolle unabhängiger Buchhandlungen hervorgehoben werden: ihr Einsatz für Literatur, für kulturelle Vielfalt und für eine lebendige demokratische Öffentlichkeit. Es ist unser Anliegen, diese Arbeit sichtbar zu machen, ihr die öffentliche Aufmerksamkeit zu geben, die sie verdient, und damit auch in Zukunft eine wertvolle Breite in der Auswahl der Buchhandlungen für diesen wichtigen Preis sicherzustellen.“
Die Jury des Deutschen Buchhandlungspreises