
Am Abend des 31. März wurde die iranische Journalistin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad mit dem Europäischen Paulskirchenpreis für Demokratie der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. Der Festakt fand in der Paulskirche statt, die Laudatio hielt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner.
Im Alibri Verlag ist 2021 die deutsche Übersetzung der Autobiografie der Preisträgerin Der Wind in meinem Haar erschienen. Darin erzählt sie von ihrer Kindheit im Iran bis zu ihren Aktivitäten im Exil, schildert Angst und Entschlossenheit, Einsamkeit und weltweite Solidarität. Die Autobiographie soll zeigen, was es bedeutet, die eigene Stimme zu erheben – selbst dann, wenn der Preis dafür hoch ist. Denn sie rebellierte schon früh gegen die Regierung und wurde aufgrund ihres politischen Aktivismus von der Schule geworfen und ins Gefängnis gesperrt. Auch als Journalistin forderte sie die Führer der Islamischen Republik heraus und wurde dafür von der Parlamentsberichterstattung ausgeschlossen. Schließlich ging sie ins Exil, wo sie nicht aufhörte, für Frauenrechte zu kämpfen.
Weltweit bekannt wurde Masih Alinejad durch ihre Online-Kampagne My Stealthy Freedom – Meine heimliche Freiheit. Damit gab sie iranischen Frauen eine Plattform, gegen die Hidschab-Pflicht in der Islamischen Republik Iran zu protestieren. Die Resonanz war überwältigend: Tausende iranischer Frauen veröffentlichten Fotos und Videos von sich ohne Hidschab und protestierten so gegen eine Regierung, die Frauen die Freiheit nimmt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Masih Alinejad ist die erste Preisträgerin der neuen Auszeichnung. Der Europäische Paulskirchenpreis für Demokratie ist mit 50.000 Euro dotiert und soll künftig alle zwei Jahre vergeben werden. Für den Preis können Einzelpersonen, Organisationen, bürgerschaftliche Gruppen und Vereinigungen oder Institutionen vorgeschlagen werden, die sich in herausragender Weise für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaat einsetzen sowie die Teilhabe aller an einer vielfältigen und diversen Demokratie fördern.