
„Wie war Ihr Monat?“ fragen wir monatlich Branchenmenschen. Dieses Mal Jona Jeska, die seit dem 1. April in der Presseabteilung von Voland & Quist arbeitet, aber auch Referentin für Kultur- und Verbandsarbeit im Berliner Büro des Börsenvereins ist und 2020 den akono Verlag für zeitgenössische afrikanische Literaturen gegründet hat.
Welcher Tag war Ihr schönster im vergangenen Monat?
Der Tag, an dem ich mit meinen Verlagskolleg:innen von Voland & Quist im Union Berlin Stadion beim Bundesligaspiel der Frauen gegen den FC Bayern war. Wir hatten dort im März eine Buchpremiere aus der IKONEN-Reihe im VIP-Bereich von Union Berlin und so kamen wir auf die Idee, gleich wieder hinzugehen und uns das Spiel anzuschauen. Ich war in meinem Leben vorher nur einmal bei einem Fußballspiel im Stadion gewesen, und das war so unterirdisch schrecklich, dass ich mich nie wieder hingetraut habe. Aber jetzt war es soweit, es nochmal zu versuchen und es war ganz zauberhaft: Das ganze Stadion brüllte „Fußballgöttin“ nach jeder aufgerufenen Spielerin und rasselte bei jeder Ecke für Union mit den Schlüsseln. Das war total süß und das Spiel wirklich spannend und gut.
Worauf freuen Sie sich im kommenden Monat am meisten?
Auf den Herbstvorschauenversand im akono Verlag und auf das African Book Festival in Berlin, das Ende Mai stattfindet.
Welches Buch liegt aktuell auf Ihrem Nachttisch?
Mein Nachtisch ist ehrlich gesagt ein einziger riesiger Haufen aus Büchern, die ich parallel lese. Auf dem Bett, unter dem Bett, neben dem Bett: überall Bücher. Da liegen zum Beispiel die Romane „Kassandra in Mogadischu“ von Igiaba Scego und „Parasiti“ von Alisha Gamisch, da liegen aber auch Gedichte von Mascha Kaléko und May Ayim und, da liegt Marjane Satrapi, dann liegt da vor allem ein Tagebuch, das gerne gefüllt werden würde mit Reflexionen über diese verrückte Welt und Chroniken von Lesungen und Begegnungen, aber woher mehr Zeit nehmen? Schlaf ist mir auch wichtig.
Wären Sie ein Buch, welches wäre es?
Ich glaube, ein Buch aus der Reihe „Wo ist Walter“. Für meinen Arbeitsalltag mit drei verschiedenen Jobs ist es entscheidend, unter sehr vielen gleichzeitig passierenden Dingen dasjenige zu finden und zu fokussieren, das jetzt gerade wichtig ist. Und die Welt begreife ich schon meistens als Wimmelbild.
Welches Buch haben außer Ihnen alle gemocht?
„Allegro Pastell“ von Leif Randt. Dafür musste ich oft meinen nachts um drei in aller Wut dahingekritzelten Verriss vortragen, damit meine Freund:innen, die das Buch mochten, sich darüber totlachen konnten.
Über welches Thema wollen Sie im kommenden Monat mehr lesen?
Über die Situation im Sudan.
Von wem würden Sie gerne mal Antworten auf diesem Fragebogen lesen?
Von der Verlegerin des mikrotext Verlages, Nikola Richter.
Welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie eigentlich gerne beantwortet?
Würden Sie gerne mal auf eine Weltraumexpedition reisen?
Und wie lautet Ihre Antwort darauf?
Ach, toll, dass Sie fragen! Nein, auch wenn ich eingefleischter Star-Wars-Fan bin und immer heulen muss, wenn man auf Videos von hinter dem Mond aus die Erde im All aufgehen sieht, würde ich keinen Fuß je von diesem grausamen und doch so unbeschreiblich schönen Planeten wegsetzen. Mitgehangen, mitgefangen.
Die Fragen stellte Hanna Schönberg







