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Im August-BuchMarkt: Historische Romane im Überblick

Im aktuellen August-BuchMarkt stellen wir Ihnen u.a. die wichtigsten Historischen Romane aus den Herbst-Programmen der Verlage vor. Hier können Sie den Einstieg in den Überblick lesen. Den kompletten Beitrag finden Sie im aktuellen Heft ab Seite 34.

Historische Leserin

Geschichte als Roman verpackt
Diese historischen Romane inszenieren die Vergangenheit nicht nur als Kulisse, sondern halten sich eng an geschichtliche Fakten. Wir zeigen, wie Sie Ihren Kunden die Herbst-Novitäten mit wenigen Worten nahebringen können

Viele Sortimenter denken ständig darüber nach, wie sie neuen, verkäuflichen Lesestoff auftreiben, auf dem der Fokus der Kunden noch nicht unbedingt liegt, wenn sie in den Laden kommen. Eine Sparte für gut lesbares und sogar kurzweiliges Lesematerial, das darüber hinaus den Anspruch erfüllt, dass man nach der Lektüre mehr weiß als vorher, sind die neuen historischen Romane, die wir hier vorstellen. Alle sind gut recherchiert, halten sich an die historischen Fakten, viele davon haben auch ein anhängendes Glossar – und sie sind dennoch unterhaltsam.

Ein Büchertisch damit kann Leser auf neue Ideen bringen – vor allem auch jetzt in der Urlaubszeit und natürlich auch in der dann kommenden kühleren Jahreszeit. Mit unserem Überblick können Sie Ihre Kunden fundiert informieren, ohne dass Sie die Bücher selbst gelesen haben müssen.

„Ich lese am liebsten historische Romane, denen man die Historie gar nicht anmerkt: also Bücher, die sich so perfekt in die Geschichte einzufügen scheinen, dass man es gar nicht merkt, dass es sich dabei um Fiktion handelt, weil es einfach so (gewesen) ist.“ So der Histo-Couch-Eintrag einer jungen Viel-Leserin vom März dieses Jahres, die sich im Weiteren über die aus ihrer Sicht zu vielen Romane beklagt, die Historie nur als märchenhafte Kulisse benutzen: „Ich wünsche mir mehr fundierte historische Romane auch mit männlichen Protagonisten, in denen es nicht immer nur um Herz und Schmerz vor historischer Kulisse geht, sondern um ein über die Zeit hinaus spannendes Thema.“

Die junge Histo-Coucherin sei hier so ausführlich zitiert, weil sie offensichtlich historische Romane sucht, in denen sie nicht nur an der Seite von Henkerstöchtern und Wanderhuren in fremde Welten und Zeiten abtauchen kann, sondern viel lieber in spannende Geschichtsstunden, die unterhaltsam zeigen, wie der Lauf der Welt sich im Schicksal eines Menschen, einer Familie, einer Stadt oder eines ganzen Volkes spiegelt.

So ein historisches Panorama, das in die Vergangenheit hinab führt und dabei (fast beiläufig) Gegenwart verständlich macht, zeichnet der Roman Wesire und Konsuln von Ivo Andrić (Zsolnay). Das monumentale Werk, das neben der Brücke über die Drina den Weltruhm des 1975 verstorbenen Literaturnobelpreisträgers begründete, ist jetzt in der von Katharina Wolf-Grießhaber sorgfältig überarbeiteten Übersetzung von Hans Thurn neu zu entdecken. Leicht lesbar und in der Diktion eher mit Pearl S. Buck und Margret Mitchell vergleichbar als mit Heinrich Mann oder Günter Grass, entführt uns Ivo Andrić in seine bosnische Geburtsstadt Travnik, gelegen in einem abgelegenen Talkessel am Scheidepunkt zwischen Orient und Okzident.

Wir schreiben das Jahr 1806: Während Napoleon auf der Höhe seiner Macht steht und Mitteleuropa umkrempelt, gehört fast der ganze Balkan zum Osmanischen Reich. Auch in Travnik haben die Muslime das Sagen, doch hier leben auch viele Katholiken, orthodoxe serbische Christen, sephardische Juden und „Zigeuner“. Ein unauflösliches und verletzliches Ineinander der Religionen und Volksgruppen. Diese abgelegene Provinzstadt unter türkischer Herrschaft wird zum Schauplatz internationaler, westlicher Diplomatie, als ein französischer und österreichischer Konsul hierher entsandt werden. Wie die Welten aufeinanderprallen, zeigt Ivo Andrić – und das macht den Roman zu einem ebenso beglückenden wie erschütternden Leseerlebnis – anhand unvergesslicher Figuren, die er mit großer Charakterisierungskunst zeichnet. Vor allem die Frauengestalten faszinieren mit ihren Eigenheiten, Obsessionen und ihren herzergreifenden Versuchen, dem Unglück zu entrinnen, das durch die lebensfeindlichen Traditionen und die Macht der Männer über sie verhängt ist. …
Jürgen Christen

Wenn Sie erfahren wollen, mit welchen weiteren Historischen Romanen Sie Ihre Kunden im Herbst begeistern können, schauen Sie in den aktuellen BuchMarkt (S.34). Falls Sie noch kein Abonnent sind, finden Sie hier das richtige Angebot.

Einen Überblick über die weiteren Themen im Heft gibt es hier

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