Ganze 12 Kilo musste er stemmen: Der Bremer Autor David Safier hat am vergangenen Freitagabend den mit 5.000 Euro dotierten Jugendbuchpreis Buxtehuder Bulle für seinen Roman 28 Tage lang (Rowohlt) [mehr…] auf der Halepaghen-Bühne von der Hansestadt Buxtehude erhalten.

Für die paritätisch mit Jugendlichen und Erwachsenen besetzte Jury war 28 Tage lang, in dem die 16-jährige Protagonistin Mira den Aufstand im Warschauer Ghetto wagt, das beste Jugendbuch der Neuerscheinungen 2014. Die zentrale Frage des Romans „Was für ein Mensch will ich sein?“ zog sich durch das Programm der Preisverleihung. Laudator und NDR-Moderator Yared Dibaba griff in seiner Rede auf, was es heißt, ein Mensch zu sein und bezog sich auf die aktuelle Situation: Die „Flüchtlingskrise“ sei „keine Krise der Flüchtlinge, … sondern vielmehr eine Krise der Menschlichkeit, eine Krise der Empathie (…)“. Der Roman habe ihn selbst dazu angeregt, sich alte Fragen wieder neu zu stellen. Die Frage „Wer wollen wir sein?“ beschäftigte auch Rapper Kutlu Yurtseven von der „Microphone Mafia“ aus Köln sowie neun Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Buxtehude, die einen eigens geschrieben Rap über das Gefühl von Heimat auf der Bühne performten.
David Safier hatte bei seinem zweitägigen Besuch in Buxtehude vielfach Gelegenheit, die Resonanz auf sein Werk zu erfahren. In den Buxtehuder Schulen und in der Stadtbibliothek kam er bei Lesungen und Diskussionen mit zahlreichen interessierten Menschen ins Gespräch.