
Die richtige Lösung lautet: Erich Schmidt Verlag. Dr. Erich Schmidt (1897 – 1952) gründete 1924 in Berlin-Kreuzberg den Verlag „Der Wirtschaftsfrieden“ zur Herausgabe einer gleichnamigen Korrespondenz (= Pressedienst“), mit der er in einer wirtschafts- und sozialpolitisch spannungsreichen Zeit auf einen Ausgleich der Interessen hin wirken wollte und die er bald – ebenso wie den Verlag – in „Sozialpolitischer Nachrichtendienst“ umbenannte.
Die Namensgleichheit mit dem Literaturwissenschaftler Erich Schmidt (1853 – 1913) ist rein zufällig. Er war u.a. Präsident der Goethe-Gesellschaft und entdeckte eine Abschrift des „Urfaust“, von dem sich kein Manuskript erhalten hat, 1887 in Dresden im Nachlass der Weimarer Hofdame Luise von Göchhausen (1752 – 1807).
Der Verleger Erich Schmidt benannte seinen Verlag Ende 1939 in „Erich Schmidt Verlag, Berlin und Leipzig“ um. Schon 1936 hatte er mit dem „Sozialen Archiv“ sein erstes Loseblattwerk herausgebracht und den Themenkreis seines Verlages ab 1937/38 über das Sozialrecht hinaus erweitert, zunächst mit verkehrsrechtlichen und anschließend mit wirtschafts- und steuerrechtlichen Titeln. Mit der belletristischen Reihe „Die Neue Lese“ erschloss er während des Zweiten Weltkriegs von 1940 bis 1944 eine neue Umsatzquelle und nahm damit am Boom der so genannten „Feldpostausgaben“ teil.
Im Frühjahr 1949 wurde mit der Reihe „ZAHLENBILDER aus Politik, Wirtschaft und Kultur“ eine staatsbürgerliche Abteilung angeschlossen, in deren Mittelpunkt heute die „Arbeitsmappe Sozial-und Wirtschaftskunde“ steht. Damit ist der Verlag weiterhin nahe an seinen Wurzeln.
Nach Eröffnung einer kleinen Zweigstelle in Detmold schon Ende 1945 wurde im Jahre 1948 eine Niederlassung in Bielefeld gegründet, die bis 2003 bestand. Die philologische Abteilung wurde von Dr. Ellinor Kahleyss, einer Tochter des Gründers, aufgebaut. Ihr Bruder Dr. Erich Schmidt jun. übernahm nach dem Tod seines Vaters die Verlagsleitung und wurde 1964 Eigentümer des Verlages, den er von seiner Mutter, Dr. Hanna Schmidt, übernahm. Nach seinem frühen Tod im Jahre 1985 ging die Leitung des Hauses an Claus-Michael Rast über. Der Enkel des Gründers, Dr. Joachim Schmidt, wurde 1998 Mitglied der Verlagsleitung. Seit dem Eintritt von Claus-Michael Rast in den Ruhestand Ende des Jahres 2009 führt er Geschäfte des Verlages allein.