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Heinold fragt: Wer war’s?

Ich lade Sie heute ein, nach dem Namen eines Fachinformationsverlages und seines Gründers zu suchen. In seiner Geschichte spiegeln sich die historischen Verhältnisse ebenso wie der Medienwandel, dem die Buchbranche unterliegt.

Der 1897 in der Schweiz geborene Verlagsgründer wuchs in Deutschland auf, verlor im Ersten Weltkrieg den rechten Unterarm und erhielt das Eiserne Kreuz beider Klassen. Nach einem staatswissenschaftlichen Studium arbeitete er als Journalist für Medien der politischen Rechten, trat der Deutschnationalen Volkspartei bei und gehörte als deren Abgeordneter schließlich dem Deutschen Reichstag an.

Im Rahmen seiner sozialpolitischen Aktivitäten gründete er 1924 in Berlin einen Verlag mit dem programmatischen Namen „Der Wirtschaftsfrieden“, in dem er zunächst einen zweimal wöchentlich erscheinenden Pressedienst herausbrachte. Ein zweiter, 1933 gegründeter Pressedienst wurde bereits 1938 von der Reichspressekammer verboten. Da es in Hitlers Staat nicht möglich war, unabhängige Pressedienste herauszubringen, verlagerte sich die Verlagsarbeit auf die Produktion von Broschüren und Büchern und bereits Ende 1936 auf ein Loseblattwerk.

Das Dritte Reich und den Zweiten Verlag überstand der Verlag mit Hilfe einer Reihe von belletritischen Titeln, die parallel als Buchhandels -und als Feldpostausgaben erschienen. Schon im Juni 1945 erhielt er die Erlaubnis der vor dem Einzug der westlichen Allierten zuständigen sowjetischen Kommandantur, seine Arbeit fortzuführen. Die mit der Gründung der Bundesrepublik verbundene neue Gesetzgebung eröffnete dem Verlag die Möglichkeit, seine Themenbereiche Recht, Wirtschaft und Technik rasch auszuweiten. Schon 1962 erschien die erste umweltrechtliche Publikation, damals noch unter dem Titel „Raum und Natur“. Aber auch eine Jugendbuchabteilung wurde aufgebaut, die bis Ende 1971 existierte. Der in Berlin ansässige Verlag eröffnete eine westdeutsche Zweigstelle, die nach der Wiedervereingung aufgelöst wurde.

Anfang der fünfziger Jahre entstand unter der Leitung der Tochter des Gründers eine philologische Abteilung, die sich der Germanistik, Anglistik und Amerikanistik, Romanistik, Volkskunde, Geschichte und Rechtsgeschichte widmet.

Der Gründer hatte dem Verlag Ende 1939 seinen Namen gegeben. Er starb im Alter von nur 55 Jahren. Sein gleichnamiger Sohn und Nachfolger, Eigentümer seit 1964, starb bereits 1985. Ein Geschäftsführer wurde berufen, der den Verlag bis zu seiner Pensionierung 2009 leitete, ab 1998 zusammen mit einem Vertreter der dritten Generation der Gründerfamilie, der heute die alleinige Geschäftsführung in Händen hat.

So wie der Verlag einer der Pioniere auf dem Gebiet des Umweltrechts war, brachte er ab 1995 die ersten elektronischen Produkte heraus. Damit trat er ein eine der innovativsten Phasen seiner langen Geschichte ein. Sein Angebot besteht nunmehr aus Büchern, Zeitschriften, Loseblattwerken, Datenbanken, eJournals, eBooks, Extranets, und CD-ROMs und einem multimedialen Anzeigengeschäft.

Heinold fragt: Wie heißt der Verlag? (Kleine Hilfe: Es ist der gleiche Name wie der des berühmten Germanisten, der die einzige erhaltene Abschrift des „Urfaust“ entdeckte, aber mit dem Verlag nichts zu tun hat)

Bitte mailen Sie Ihre Lösung an: heinold@buchmarkt.de. Unter den Einsendungen verlosen wir ein Exemplar Bücher und Buchhändler von Wolfgang E. Heinold. Einsendeschluss ist der 13. November 2015.

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